Sorry! Google hat hier übersetzt:-)
heimathafen.one
Sagres

Auf ein Neues

Wer jetzt gedacht hat, dass wir im neuen Jahr nun endlich direkt nach Spanien durchstarten – wo es ja schließlich bereits in Sichtweite liegt – hat sich getäuscht. Für uns geht es erstmal wieder Richtung Westen in Portugal, wo wir noch eine Verabredung haben. Am Ende wird es dann natürlich wieder mehr als eine, aber das ist ja das Schöne am dauerhaften unterwegs sein: Man kann sich jeden Tag wieder neu entscheiden, ob und wohin die Fahrt weitergehen soll!

Frisch geputzt ins neue Jahr

Bevor wir den Stellplatz in Vila Real de Santo Antonio verlassen, wollen wir in Fred noch ein bisschen „klar Schiff machen“, wie man in Hamburg sagt. Dazu zählt vor allem mal wieder Wäsche waschen. Eigentlich kein Problem, da wir ja unsere kleine Waschmaschine mit an Bord haben. Eigentlich… Aber sie ist ja leider nicht mehr an ihrem festen Wandplatz in der Garage montiert, weil dort der Motorradlenker beim Ein- und Ausladen nicht dran vorbeipasst. Und jedes Mal abschrauben wollten wir sie dann auch nicht. Deshalb hängt sie derzeit über dem Motorrad an der Rückwand, von wo wir (also Stefano) sie aber auch bei jedem Ladevorgang abhängen und raustragen müssen.

Also alles noch sehr suboptimal – wobei wir gefühlt schon x-Varianten durchprobiert haben, wie es passen könnte, incl. Abschrauben des Motorradlenkers (wobei dieser nicht ganz abgeht, weil dort die Bremsleitungen etc. dranhängen). Falls also jemand eine spontane Idee hat, gerne her damit!! Immerhin haben wir es mittlerweile geschafft, die sonstigen losen Teile in der Garage auf ein Minimum zu reduzieren, das war anfangs deutlich schlimmer 😉

Aber zurück zur Wäsche: Unser Plan ist, die Waschmaschine außen an Fred aufzuhängen und mit Spanngurten am rechten Hinterrad zu verzurren, um ihr die notwendige Stabilität zu geben. Klappt während der Waschgänge auch sehr gut, aber die Schleudergänge bestätigen unsere schlimmsten Befürchtungen: Wir müssen uns beide mit aller Kraft gegen die Maschine drücken, damit sie nicht durch die Gegend fliegt. So wird das mit dem Waschen in der eigenen Maschine zukünftig also immer noch nix – es sei denn, wir schrauben sie fürs Waschen dann doch jedes Mal wieder an der Garagenwand an. Schaun‘ wir mal…

Im Innenraum gibt es neben der Basisreinigung, die im Wesentlichen aus dem obligatorischen Beseitigen von Hundespuren an Wänden (man glaubt nicht, was beim Schütteln so alles aus einem Hund rausfliegt ;-)) und Boden besteht, auch zum ersten Mal eine Pflegeeinheit für die Möbel – nach 3 Jahren kann man das ja mal machen. Vor allem unser Holztisch, der ja täglich intensiv genutzt wird, weist doch inzwischen einige Ablagerungen und Kratzer auf. Aber mit ein bisschen Zuwendung sieht er wieder aus wie neu.

Besorgungen in Lagos
und Party im Hinterland

Bevor wir gen Westen aufbrechen, gönnen wir uns noch ein letztes Mal ein leckes Essen in der Fischbude vor Fred und machen die übliche Wasser-Ver- und Entsorgung. Wobei wir es bislang noch nie geschafft haben, dass unser Frischwassertank komplett leer war, wir sind aber auch – trotz der 450 Liter Frischwasser – nach wie vor sehr sparsam im Wasserverbrauch (im Schnitt 10 l/Tag, an Tagen mit Waschmaschinen-Nutzung natürlich mehr), eine Angewohnheit aus unseren Reisezeiten mit dem Landrover.

Unser Ziel ist mal wieder Sonja, regelmäßigen Bloglesern bereits bekannt. Für alle anderen: Sie ist in 2020 ebenfalls mit dem Wohnmobil im portugiesischen Landleben hängen geblieben, nur eben nicht wie wir im Alentejo, sondern im Hinterland von Lagos an der Algarve. Bei Sonja wartet nämlich ein Paket auf uns, denn nicht alles lässt sich virtuell schicken!

Aber viel wichtiger: Sonja hat Geburtstag und wir wollen zusammen mit ihr feiern bzw. ein Geburtstagsessen für sie machen. Zu dem taucht dann neben Freunden und Nachbarn von Sonja als Überraschungsgast auch noch unser gemeinsamer Freund Wille auf, der ebenfalls immer noch in Portugal unterwegs ist. Damit ist dann auch das Hunderudel – bestehend aus TomTom, Emy und Kila – wieder vereint. Da es abends zu dieser Jahreszeit auch in Portugal durchaus frisch sein kann, sind wir alle sehr happy, dass es auf dem Grundstück eine Garage mit Koch- und Sitzmöglichkeiten gibt – und einem Ofen. Dann noch die Feuertonne vors offene Garagentor gerückt und die Party-Location steht.

Ein paar Tage später geht’s für uns nach Lagos, da Sonja uns erzählt hatte, dass im dortigen Impfzentrum „Tag der offenen Tür“ ist, an denen sich alle ohne Termin boostern lassen können. Für Portugiesen und Residents ist das auch zutreffend, als nicht permanent im Land Lebende bräuchten wir aber erstmal eine „numero utente“, um im portugiesischen Gesundheitssystem registriert zu sein. Wir bekommen aber immerhin eine eMail-Adresse, bei der wir diese beantragen können.

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Wie immer, wenn wir in Lagos sind, schauen wir in der Marina vorbei, um ein bisschen Hafenatmosphäre zu schnuppern. Zumal es hier auch eine ganze Reihe netter kleiner Cafés und Bars gibt. Und ein Großeinkauf im örtlichen Tierfutterhandel muss auch noch sein, da es hier das für TomTom benötigte getreidefreie Futter gibt. Dann ist erstmal alles erledigt. Und wo wir nun schon mal hier auf der Ecke sind, ist das nächste Ziel ja eigentlich klar, oder?

Immer wieder Sagres

Genau: Es geht nochmal auf „unseren“ Camping in Sagres. Dort nutzen wir dann ausgiebig die großen Waschmaschinen, bevor uns die nächste Besuchswelle überrollt. Zunächst kommt Wille für ein paar Tage vorbei, dann Sonja – und dann tatsächlich schon wieder mein Bruder! Der ein oder andere wird sich erinnern, dass wir uns mit ihm hier bereits zweimal im letzten Jahr getroffen hatten.

Er ist inzwischen auch zum absoluten Sagres-Fan geworden und wollte dem Hamburger Winter noch mal für ein paar Wochen entkommen.

Das Wetter ist auch bestens – und wir sind direkt wieder als eingeschworenes Ausflugsteam unterwegs. TomTom ist auch ganz begeistert, wieder im Pkw zu lauter leckeren Restaurants zu fahren, denn natürlich müssen wir wieder eine kulinarische Tour durch die Gegend machen. Der ein oder andere Laden ist zwar noch in Winterpause, die hier an der Algarve meist im Dezember/Januar stattfindet, aber es haben immer noch genügend geöffnet. Ab und zu ziehen wir Geschwister auch alleine los, und TomTom und Stefano chillen in Fred – und abends koche ich dann dort für uns alle.

Und gelegentlich müssen wir zwischendurch auch mal arbeiten. In der Regel versuchen wir das immer vormittags zu erledigen, damit wir den Rest des Tages frei haben. Mittlerweile haben wir unsere beruflichen Tätigkeiten aber ohnehin runtergefahren. Das hatten wir von Anfang an so geplant, um mehr Freiheiten für den Alltag unterwegs zu haben. Konkret nehmen wir keine Neukunden mehr an und betreuen nur noch ein paar sehr alte Stammkunden. So kommt für den Lebensunterhalt immer noch was rein, und der Rest wird aus den Rücklagen finanziert, die wir ja schon vor sehr langer Zeit im Hinblick auf unser jetziges Lebensmodell gebildet haben.

Und ehe wir es uns versehen, ist der erste Monat des neues Jahres schon wieder rum und die Frage, wann wir es wohl nach Spanien schaffen, entwickelt sich bei uns so langsam zum Running Gag.