Kunst an Bord

09. Juli 2019

Zwei Bilder gehen auf Reisen

Besucher unserer Instagram-Accounts sind vermutlich schon mal über diese beiden Bilder gestolpert – sie stammen von unserer Freundin und Künstlerin Teena Leitow (mehr von ihr unter: https://www.instagram.com/teena_leitow/ ) die sich unter anderem mit Kunstprojekten für den Naturschutz einsetzt. Wenn Teena am Meer oder im Wald unterwegs ist, sammelt sie dort den Müll ein, den sie tragen kann. Ein Großteil davon wird in den nächstgelegenen Mülleimern oder Mülltonnen entsorgt. Besondere Fundstücke werden verarbeitet in Mixedmedia-Arbeiten und Assemblagen - diese kehren dann häufig im Rahmen von Kunstaktionen zurück an die Fundorte oder gehen auf Reisen...

Eine super Sache finden wir – und vor allem etwas, das man von Hamburg/Buchholz in die Welt bringen sollte.

Deshalb sind diese beiden Bilder von ihr seit Mai 2019 mit uns in Fred unterwegs und wir machen an verschiedenen Orten immer wieder Fotos von ihnen – beispielsweise an einer Feuerstelle, einem Rastplatz, einer Schutzhütte oder am Strand – und posten diese auf Instagram. Ziel ist es, damit auf den achtsamen Umgang mit der Natur und den Umweltschutz aufmerksam zu machen und immer mehr Menschen dafür zu begeistern.

Schweden

In Schweden gab es da überhaupt nichts zu bemängeln, das Travelling Squirrel (zu sehen unter https://www.instagram.com/squirrel.one/ ) konnte sich überall über saubere Plätze freuen. Die Menschen leben hier sehr im Einklang mit der Natur. So gibt es überall liebevoll gebaute Rastplätze mit kleinen Sitzbänken aus Baumstämmen rund um eine Feuerstelle aus Steinen, Schutzhütten für Wanderer und fast an jedem Platz ein Klohaus – und häufig sogar eine Mülltonne. Nirgendwo liegt Müll rum, die Schweden sammeln nach einem Picknick alle Reste und Verpackungen wieder ein und nehmen sie wieder mit oder entsorgen sie in den vorgesehenen Müllbehältern (konnten wir auch bei einer 30-köpfigen Schulklasse beobachten). Wirklich vorbildlich – so kann sich jeder an den schönen Plätzen erfreuen und die tierischen Bewohner müssen sich nicht mit Plastikmüll, Dosen oder ähnlich unerfreulichem rumschlagen.

Norwegen

Auch die Norweger leben sehr im Einklang mit der Natur, in den letzten zwei Wochen sind wir auch hier auf keinen vermüllten Rastplatz oder ähnliches gestoßen. Ein Problem gibt es hier oben im nordöstlichsten Teil von Norwegen allerdings schon – und das ist der angespülte Müll aus dem Meer. Auf unserer Fahrt von Vardö nach Hamningberg sind wir an teils wunderschönen Sandstränden mit einem unglaublich blauen Meer vorbeigekommen. Wäre es hier temperaturtechnisch nicht so frisch, hätte man glauben können, man wäre in der Südsee. Aber inmitten dieser Idylle lag überall angespülter Plastikmüll in Form von Kanistern, Flaschen, Eimern sowie diverse andere Dinge, die wohl über Bord gegangen waren: Schlappen, Klo- und Zahnbürsten – und auch jede Menge Reste von Tauen, Leinen und Netzen. Gerade in dieser unberührten und kargen Natur ist der Müll als absoluter Fremdkörper ein trauriger Beleg für die Vermüllung der Meere.

Aber die Menschen sehen hier nicht tatenlos zu: An vielen Stellen war der Müll schon eingesammelt und in Haufen zum Abtransport gestapelt. Und in Hamningberg bitten gleich mehrere Schilder in Strandnähe um Unterstützung bei der Müllsammlung, an einem gab es sogar eigens leere Säcke zum Sammeln. Wir haben natürlich auch mitgemacht und es ist erschreckend, wie viel Müll man alleine in einer Stunde einsammelt – an Stellen, die auf den ersten Blick ganz sauber aussehen. Doch gerade die kleinen Plastikteile verstecken sich überall zwischen Steinen und angeschwemmtem Holz und werden hier langsam aber sicher zu Microplastik. Wann hören die Menschen bloß auf, die Ozeane, deren Bewohner und damit letztlich sich selber zu vergiften?

Und welch schlimme Folgen Plastikmüll für Tiere haben kann, mußten wir einige Wochen später mit eigenen Augen sehen: Als wir am nördlichsten Leuchtturm der Welt in Slettnes ein Rudel Rentiere am Strand beobachteten, gerieten die Tiere plötzlich in Panik und rannten davon – bis auf eines, das mit seinem Geweih in einem riesigen Haufen Verpackungsbänder hängen geblieben war und damit die Flucht ausgelöst hatte. Verzweifelt versuchte es, sich mit wildem Schütteln von dem Müll zu befreien, wodurch sich die harten Plastikbänder nur noch mehr um das Geweih wickelten.

Schnell war klar, dass es alleine keine Chance hatte. Wir also raus aus dem Lkw, Arbeitshandschuhe an und runter zum Strand, ganz vorsichtig, um das Rentier nicht noch mehr zu verängstigen. Seinem Fluchttrieb folgend, wollte es natürlich weg – blieb aber glücklicherweise mit den Plastikbändern an einem Baumstamm hängen. So konnte Stefano die Bänder packen und Stück für Stück mit einem scharfen Messer durchtrennen, bis das Rentier wieder frei war und davonrannte. Damit hatte es noch mal Glück im Unglück gehabt – aber wie viele Tiere haben das nicht und werden durch Plastikmüll schwer verletzt oder sterben dadurch? Der Gedanke daran macht traurig und wütend zugleich. Vor allem aber zeigt dieses Beispiel, wie wichtig es ist, die Vermüllung der natürlichen Lebensräume zu bekämpfen!!

Mal schauen, wie es auf der Reise mülltechnisch weitergeht!

Die Bilder sollen nicht nur mit uns reisen – wenn wir unterwegs auf jemanden treffen, der sich auch für dieses „Travelling Art Project“ begeistern kann, ziehen sie auch gerne in ein anderes Haus auf Rädern, um von dort aus ihre Mission weiter zu verfolgen.

In diesem Sinne: #loveartnature, #cleanupthebeach, #cleanuptheforest

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