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Ein fulminanter Jahresausklang

Ein fulminanter Jahresausklang

Und plötzlich war schon der letzte Monat des Jahres, wir können es gar nicht fassen, wie schnell unser Jahr im portugiesischen Landleben verflogen ist und wieviel wir erlebt haben. Und der Dezember setzt dem ganzen tatsächlich noch wieder einen drauf: Neben diversen Fortschritten am kleinen Haus setzt rund um die Feiertage auch ein reger Besuchsstrom für unsere kleine Party-Location ein – und kurz vorm Jahreswechsel geraten wir auch noch in bedenkliche Schieflage…

Schaffe, schaffe, Häusle baue

Für andere Arbeiten auf der Farm wird in diesem Monat ein ganzer Laster Bahnschwellen angeliefert – zu dem Zeitpunkt ahnen wir noch nicht, wie dankbar wir dafür noch sein werden. Außerdem schaut Fernando mit seinem Schwiegervater auf Besuch vorbei und beide unterstützen uns tatkräftig bei den weiteren Verschönerungsarbeiten für das kleine Haus. Zum einen finden wir in dem verfallenen großen Gebäude auf dem Gelände (dem mit dem Außenofen) noch einige brauchbare Möbelstücke in Form mehrerer Stühle und eines stabilen Tisches. Des Weiteren schleifen wir mit vereinten Kräften alle Flügeltüren im kleinen Haus ab und richten ihre Aufhängung, da einige doch schon sehr schief in den Angeln hingen und nur noch schwer zu bewegen waren. Eine fehlende Tür ersetzen wir zudem durch ein ähnliches Modell aus dem großen Gebäude. Zusätzlich befestigen wir an den Deckenbalken Querstreben, an denen wir unsere Solarlampen aufhängen können – so haben wir neben den Kerzen nun auch Deckenbeleuchtung.

Den vorhandenen Küchenblock hatte ich schon mit ein paar Utensilien ausgestattet, nun bekommen wir aber von Rui noch einen großen zweiflammigen Gaskocher, der dort perfekt hinpasst. Ein Gewürzregal, sowie Wasserkanister und Spülschüssel runden das Setup ab. Hinzu kommen noch verschiedene Töpfe und Kannen, die ich im großen Gebäude unter Staub und Schutt gefunden hatte und die bei näherer Untersuchung noch prima zu gebrauchen sind.

Das absolute Highlight folgte dann aber bei einem weiteren Besuch von Fernando über die Feiertage: Er brachte reichlich Lkw-Planen mit, mit denen wir das Dach in den beiden Haupträumen des kleinen Hauses isolierten. Wie in den meisten portugiesischen Häusern üblich, bestand dieses bis dato nämlich nur aus den Dachbalken mit Ziegeln, so dass trotz intensiver Kaminbefeuerung sehr viel Wärme über’s Dach verloren ging. Damit war nun Schluss! Und dank Fernandos Schwiegervater hatten wir auch reichlich Brennholz zur Verfügung, da er jede Menge Holz für uns zugesägt hatte. Idealerweise hätte es natürlich noch mindestens ein Jahr ablagern müssen, aber die meisten Stämme waren zum Glück schon recht trocken und brannten gut.

Noch mehr Solar-Power für Fred

Und auch für Fred gab es noch ein Upgrade: Nämlich mehr Solar-Power. Aus dem letzten Winter wussten wir ja schon, dass durch die tief stehende Sonne plus Regentage der Solarertrag von den flach auf unserem Koffer montierten Panelen von Dezember bis Februar nicht mehr besonders üppig ausfällt. Da Fernando drei Solarpanele übrig hatte, montierten wir sie gemeinsam auf ein Holzgestellt, so dass wir sie schräg zur Sonne ausrichten konnte, was den Ertrag natürlich deutlich erhöht. Mit Hilfe eines weiteren Reglers, den wir in Fred hatten, konnten wir sie dann an unseren Stromkreis anschließen – und der zusätzliche Ertrag konnte sich sehen lassen. Wie sehr wir davon noch profitieren würden, wussten wir da noch nicht.

Jede Menge Feierlichkeiten

Ansonsten stand der Dezember voll im Zeichen der Vorweihnachtszeit. Wie schon erwähnt, saßen Stefano und ich jeden Adventssonntag vor unserem Kamin und machen Glühwein. Außerdem feuerten wir immer wieder den Kamin an, um dort dann im Dutch Oven Brot zu backen oder einen Braten zu machen – funktionierte großartig.
Am 21.12. machten wir zusammen mit Rui einen Sonnenwende-Dinner und ab Weihnachten ging’s dann so richtig los!

Denn am 23.12. kamen unsere Düdo-Freunde wieder auf die Farm – und das war der Startschluss für eine kulinarische Woche de luxe. Es gab alles: Vom Klassiker Würstchen mit Kartoffelsalat, über Braten mit Knödeln und Rotkohl, und, und, und… Am 29.12. kam dann noch Fernando samt Familie dazu und Rui und Ana waren natürlich auch da. So konnten wir dann auch mit unserer kompletten Wohngemeinschaft ins neue Jahr hineinfeiern, natürlich mit einem riesen Buffet im kleinen Haus, das sich als Offgrid-Party-Location damit mehr als bewährt hatte. Man kann sagen: Es war Landleben wie im Bilderbuch mit voller Hütte, vollen Tellern und bester Stimmung!

Uups… wir stecken fest!

Damit es nicht zu idyllisch wird, leisten wir uns allerdings mit Fred zwischen den Feiertagen noch ein dickes Ding! Eigentlich wollten wir nur kurz zu Rui’s Haus fahren, um dort unsere Wassertanks wieder aufzufüllen. Dazu mussten wir allerdings einen Hügel hoch, da das kleine Haus – und auch unser Stellplatz davor – in einer Senke liegen. Tja, aber die ersten Dezemberwochen hatten wir den ersten richtig heftigen Regen des Winters gehabt, so stark, dass der im Sommer komplett ausgetrocknete Fluss auf dem Grundstück über die Ufer getreten war. Und dieser Regen hatte natürlich auch unseren Hügel gut durchgeweicht. Nachdem es aber eine Woche trocken gewesen war, hielten wir den Boden für stabil genug – ein fataler Fehler.

Wir hatten den Lehmboden im Alentejo unterschätzt – wir kamen den Hügel ein knappes Drittel hoch und dann ging’s los: Plötzlich steckten wir mit den Hinterrädern bis zur Achse im Schlamm. Mit vereinten Kräften schafften wir es zwar, Fred gemeinsam mit Carmen und Michi wieder auszugraben, wobei er es aber nur rückwärts raus schaffte. Und dabei landeten wir dann in einem Lehmfeld ungeahnten Ausmaßes – und leider auch mit zunehmender Schieflage. Auch unser Nachbar Antonio bekam uns mit seinem durchaus sehr leistungsstarken Trecker nicht raus, unsere 14 Tonnen gruben sich nur immer tiefer ein und Fred drohte, zur Seite zu kippen! Also Abbruch, zumal es auch dunkel wurde. Die Nacht war etwas ungemütlich, man ahnt gar nicht, wie schief sich 10 Grad Neigungswinkel im Wohnkoffer anfühlen…

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Am nächsten Tag kamen dann die eingangs erwähnten Bahnschwellen zum Einsatz. Mit vier Stück davon unter Freds Hinterteil und der Hilfe von zwei Wagenhebern konnten wir Fred wieder in eine gerade Position bringen, wobei die Räder auf seiner linken Seite nun gut 60 cm in der Luft hingen, nachdem wir den ganzen Schlamm von ihnen und unter ihnen entfernt hatten. Den Raum darunter wollten wir mit Bauschutt auffüllen und dann weitere Bahnschwellen als Schienen verlegen – aber dafür mußte der ganze Bereich weiter abtrocknen. Tatsächlich haben wir dann noch rund drei Wochen mit dieser Hilfskonstruktion gestanden, bis die Bedingungen so waren, dass wir wieder freikamen – aber zum Glück waren wir ja zu Hause und hatten keine Eile.
Und wer sich an dieser Stelle nun fragt, warum wir es mit einem Expeditionsmobil wie Fred nicht aus dieser misslichen Lage geschafft haben, dem sei noch mal in Erinnerung gerufen, dass wir ja durch den Verlust unseres Verteilergetriebes kein Allrad mehr hatten. Mit unserer Überbrückungskardanwelle hatten wir ausschließlich Hinterradantrieb zur Verfügung – und das reicht in so einer Lage bei unserer Gewichtsklasse nicht aus.

Dankbar für 2020 –
und Happy 2021!!!

Und so ging unser Jahr 2020 zu Ende, im Kreis all der Menschen, mit denen wir in den vergangenen Monaten als Großfamilie zusammengelebt hatten und dank derer wir eine großartige Zeit hatten – trotz oder eigentlich gerade wegen der Pandemie. Wenn uns dieses Jahr eines gezeigt hat, ist es das: Irgendwie wird alles immer wieder gut, auch wenn man sich das im ersten Moment manchmal gar nicht vorstellen kann (Stichwort: geschrottetes Verteilergetriebe, gefolgt von Corona). Für uns ganz persönlich können wir sagen, dass wir dieses Jahr nicht missen wollen. Wir haben großartige neue Freunde und eine neue Wahlheimat gefunden – was will man mehr! Somit freuen wir uns auf 2021 und sind gespannt, was das neue Jahr an Überraschungen für uns parat hat!

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