In diesem Monat müssen wir mal ein bisschen Strecke machen, da wir noch vor Weihnachten die Grenze nach Mauretanien überqueren wollen – und bis dorthin sind es noch gut 1.500 km. Deshalb wechseln wir ab Foum Zguid wieder auf die Asphaltstraßen und biegen nur für die Übernachtungen immer mal wieder auf Pisten ab, um uns dort ein abgelegenes Plätzchen zu suchen. Und dann haben wir es geschafft: Wir stehen wieder an der Lagune bei Dakhla und genießen dort die Kombination aus Wasser und Dünen.
Karte der Strecke
Auf Richtung Atlantikküste
Der erste Fahrabschnitt von Foum Zguid aus führt uns auf der N17 westlich Richtung Küste. Es ist ganz ungewohnt, wieder zügig auf Asphalt durch die Gegend zu rollen. Zwischen Tata und Akka wechseln wir dann wieder auf eine Piste und finden einen sichtgeschützten Nachtplatz in einer Steinwüste direkt an einem ausgetrockneten Oued und mit einem Panorama-Blick auf verschiedene Bergketten. Es gäbe auch reichlich Feuerholz, aber leider ist es so stürmisch, dass es keinen Sinn macht, ein Feuer anzuzünden.




Den nächsten Tag geht es weiter Richtung Südwesten, wir passieren Assa und biegen Richtung Guelmim ab. Gut 20 km vorher geht es in Fask wieder auf eine Piste, denn wir wollen zu einer heißen Quelle. Es wird ziemlich rumpelig, ab und zu durchbrochen von Sandfeldern, die wir aber trotz Straßen-Reifendruck – wir waren mal wieder zu faul zum Luftablassen 😉 – ohne Probleme passieren. Die heiße Quelle liegt unmittelbar neben einem dicht begrünten Oued, dessen steile Tiefsandabfahrt wir dann aber doch lieber zu Fuß durchqueren. Denn runter hätte Fred es wohl noch geschafft, aber wieder rauf wohl eher nicht.





An unserem Standplatz können wir wunderbar das Rauschen des Überlaufs von der Quelle hören, der direkt gegenüber von uns unten in das Oued mündet. Das Becken der Quelle selbst ist voll Wasser und darunter mit Planen ausgelegt. Auf ein Bad darin verzichten wir angesichts der Ablagerungen in dem Becken, sehen aber später, dass sie von einheimischen Zwei- und Vierbeinern durchaus frequentiert wird. Es ist schon beeindruckend, mitten in einer eher kargen Wüstenlandschaft und schroffen Bergen dieses sprudelnde Wasserloch umgeben von Grün zu sehen. Besser lässt sich der Spruch „Wasser ist Leben“ nicht illustrieren.
Shopping und Meerblick
Nach zwei Nächten geht es für uns weiter zum Marjane – einer marokkanischen Supermarktkette – in Guelmim. Grundsätzlich findet man in den kleinen Geschäften und Gemüseständen in Marokko eigentlich so gut wie alles, was man für’s tägliche Leben so braucht, aber im Marjane ist die Auswahl dann doch noch etwas größer – und wo wir schon direkt daran vorbeikommen, wollen wir das für einen Großeinkauf ausnutzen. Zumal wir für Mauretanien insbesondere unsere Vorräte an lang haltbaren Lebensmitteln wie Konserven etc. aufstocken wollen, da die Einkaufssituation dort wohl deutlich sparsamer ausfallen wird.




Für die Nacht suchen wir uns einen Platz außerhalb der Stadt. Hier gibt es ein Neubaugebiet mit bereits angelegten Straßen und Installationen, aber sonst noch nichts. Für uns der perfekte Stellplatz, da Stefano den ebenen und sauberen Untergrund zum Abschmieren von Fred nutzen will. Ich verstaue derweil unsere diversen Einkäufe.



Ab hier geht es nun auf der hervorragend ausgebauten N1 immer weiter gen Süden. Nächster Stopp ist in Akhfennir, wo wir auf einem Platz vor der Moschee direkt an der Steilküste mit Meerblick stehen. Nach der Stille der Wüste kommt einem das Rauschen der Wellen ohrenbetäubend laut vor – aber es ist herrlich, wieder am Atlantik zu sein.
Weiter geht’s über Foum el Oued und Boujdour
Am nächsten Morgen gehen wir noch an einem Straßenstrand Gemüse einkaufen, bevor es weiter geht. Dieses Mal fahren wir nicht über Tarfaya, sondern über Laayoune, was sich als sehr große und moderne Stadt erweist. Dahinter biegen wir wieder Richtung Atlantik ab und suchen uns einen ruhigen Platz am Strand in Foum el Oued. Im Sommer herrscht hier vermutlich Hochbetrieb, da es das perfekte Ausflugsziel von Laayoune aus ist. Jetzt im Dezember ist es hier eher ausgestorben, wenn man mal von den diversen Wachmännern und Polizeiposten absieht. Es gibt eine riesige Strandpromenade, Surf Shops und diverse Lokalitäten.





Nachdem wir die Straßenhunde vor unserer Tür gefüttert haben, starten wir am Abend einen kleinen Promenadenbummel und finden eine kleine, geöffnete Pizzeria mit windgeschützten Sitzplätzen. Die Pizza wird frisch gemacht und ist sehr lecker. Mit dem Sonnenuntergang wird es allerdings richtig frisch und wir machen uns auf den Rückweg in den warmen Truck.
Unser nächster Stopp ist der schlichte, aber funktionale Campingplatz in Boujdour, der aber ein erfreuliche Überraschung in Form eines lokalen Werkstattvertreters bereithält. Eigentlich kommt er nur zum Verteilen seiner Visitenkarten auf den Platz – als wir ihn aber fragen, ob er uns eine neue Starterbatterie besorgen kann, ist er sofort dabei! An der heißen Quelle war uns nämlich aufgefallen, dass eine unserer Starterbatterien offenbar kurz davor ist den Geist aufzugeben, da ist das hier eine perfekte und vor allem sehr bequeme Gelegenheit, dieses Problem direkt zu beheben. Nach 20 Minuten kommt der Kollegen mit der Batterie zurück, sie passt perfekt und Preis ist auch ok!





Wir gönnen uns hier noch einen Pausentag inklusive Dusche und konsumieren unsere letzten Weinvorräte (denn die Einfuhr von Alkohol ist in Mauretanien strikt verboten). Und vor der Weiterfahrt steuern wir eine Tanke an: Bei einem Dieselpreis von 0,84 Euro pro Liter ist das Tanken doch gleich viel angenehmer!
Sand und Meer an der Lagune von Dakhla
Nach weiteren gut 300 km erreichen wir dann die Lagune vor Dakhla. Das eigentliche Stadtzentrum liegt an der Spitze der rund 30 km langen Landzunge, an deren Innenseite sich die besagte Lagune befindet. Hierher biegen wir auf einer Piste ab und suchen uns einen windgeschützten Platz an ein paar großen Sanddünen. Denn hier herrscht eigentlich immer Wind, weshalb Dakhla auch ein beliebter Hotspot für Kitesurfer ist.


Da kurz vor unserer Ankunft Vollmond war, ist der Wasserstand in der Lagune überdurchschnittlich hoch und es haben sich auch auf sonst trockenen Fläche große Wasserlachen gebildet. Das kennen wir schon von unserem letzten Aufenthalt vor drei Jahren: Man muss sich seinen Standplatz hier immer im Hinblick auf die Tide aussuchen, da man ansonsten schnell nasse Reifen bekommt.




Der Kontrast zwischen den hellen Dünen, dem funkelnden Wasser und dem knallblauen Himmel sorgt für ein fantastisches Panorama, das wir für über eine Woche genießen. Ab und zu machen wir eine Wanderung am Strand entlang und besuchen eines der Kite Surf Ressorts – denn dort gibt es eine Bar! Da die eigentliche Saison erst kurz vor Weihnachten beginnt, können wir unseren Gin Tonic oder unseren gut gekühlten Weißwein fast ganz allein auf der gemütlichen Terrasse mit Lagunenblick genießen. So lässt sich das gut aushalten!




Nach einem letzten Großeinkauf in Dakhla City ist es dann an der Zeit, unseren schönen Platz zu verlassen und die letzten gut 300 Kilometer in Richtung mauretanischer Grenze in Angriff zu nehmen. Mehr dazu dann im nächsten Blog-Beitrag!





Schreibe einen Kommentar