Sorry! Google hat hier übersetzt:-)
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Grenzübergang nach Mauretanien

Grenzübergang nach Mauretanien

Letzte Vorbereitungen vor der Grenze. Für die Einreise nach Mauretanien braucht man seit dem 1. Januar 2025 ein sogenanntes E-Visum, das man im Vorfeld online beantragen muss. Der Prozess ist unkompliziert und zügig erledigt; die Pistenkuh hat die dabei notwendigen Schritte detailliert auf ihrer Webseite beschrieben: pistenkuh.de

Karte der Strecke


Wir haben das E-Visum gut zwei Wochen vor unserer geplanten Einreise auf der entsprechenden Webseite beantragt und konnten innerhalb von 24 Stunden das PDF-Dokument herunterladen – für den Abruf des Dokuments nach der Beantragung Screenshot mit den Dokumentennummern machen! Den für den Grenzübertritt notwendigen Ausdruck des Dokuments haben wir während unserer Tage in Dakhla in dem Surf Ressort machen lassen.

Außerdem haben wir vor unserem Aufbruch in Dakhla nochmal einen Großeinkauf mit Gemüse, Hack, Milch und diversen anderen Dingen gemacht, da insbesondere Gemüse in Mauretanien deutlich teurer sein soll (weil es von Marokko importiert wird). Und unsere drei Tanks haben wir an einer Shell Tanke in Dakhla auch alle aufgefüllt, da der subventionierte Diesel in der West Sahara günstiger ist als in Mauretanien. Dass uns diese Betankung in Mauretanien noch große Probleme machen wird, wissen wir da zum Glück noch nicht…

Über den Wendekreis des Krebses weiter gen Süden

Bestens gerüstet rollen wir dann die RN1 weiter Richtung Süden und stellen erfreut fest, dass der Ausbau seit unserem letzten Besuch weiter vorangeschritten ist. Am Wendekreis des Krebses machen wir natürlich den obligatorischen Fotostopp – und hängen ein bisschen unseren Erinnerungen nach. Das letzte Mal waren wir nämlich Anfang März 2023 hier, damals noch zusammen mit TomTom. Er fehlt uns nach wie vor sehr…

Grenzübergang nach Mauretanien

Ab hier beginnt dann für uns das Neuland. Die Strecke für durch eine endlose erscheinende, meist flache Landschaft, die teilweise aber überraschend „viel“ Grün aufweist. Knapp 130 Kilometer vor der Grenze suchen wir uns einen Nachplatz bei einigen kleinen Sicheldünen. Eigentlich wollten wir nochmal am Strand stehen, was vom Militärposten dort allerdings nicht erlaubt wurde. Dafür haben die Jungs uns nach der Passkontrolle direkt zu einem kleinen Snack eingeladen: Fladenbrot mit frisch gegrilltem Hähnchen – sehr lecker!

Grenzübergang nach Mauretanien

Grenzübergang Marokko – Mauretanien

Wir treffen gegen 10:30 Uhr auf der marokkanischen Seite der Grenze ein, zum Glück ist die Schlange vor dem Schlagbaum zum eigentlichen Grenzbereich nicht so lang. Alle Grenzer sind sehr freundlich und höflich, einige sprechen sogar etwas Englisch.
Am Ende dauert es dann 1,5 Stunden, bis wir hier alle Formalitäten erledigt haben.

Um was es sich dabei im Einzelnen handelt, findet ihr nachfolgend aufgelistet:

  • Bevor man die Eingangsschranke passieren darf, müssen die Pässe und Visa für Mauretanien vorgezeigt werden. Ohne Visum kein Einlass!
  • Auf dem Gelände folgt nach ca. 200m ein Schalter, an dem Pass und Visum nochmals vorgezeigt werden müssen.
  • Es geht rechts um die Ecke in Richtung Scanner. Vor dem Einfahren in die Halle sind an einem kleinen Schalter davor die weißen Fahrzeugkarten, die man in Marokko bei der Einreise bekommen hat, abzugeben – in unserem Falle eine für den Lkw und eine für das Motorrad.
  • Die Fahrzeuge gehen hier einzeln in die Scanner-Halle, Passagiere müssen während des Scanvorgangs aussteigen und vor der Halle warten.
  • Anschließend fährt man das Fahrzeug wieder raus und holt bei dem Schalter die weißen Fahrzeugkarten wieder ab und bekommt darüber hinaus pro Fahrzeug einen „Laufzettel“.
  • Es geht 50 m weiter zum nächsten Häuschen, hier wird das Fahrzeug durchsucht (bei uns war es nur ein kurzes Reingucken in den Wohnkoffer), das Kennzeichen vom Motorrad in der Garage überprüft und Vermerke auf den beiden Laufzetteln gemacht.
  • Anschließend muss man zu Fuß wieder fast ganz zurück zum ersten Schalter auf dem Gelände, allerdings in ein Gebäude gegenüber. Hier werden die Laufzettel abgestempelt, ferner sind Pässe, Fahrzeugscheine und die weißen Fahrzeugkarten vorzulegen – und die Fahrzeuge werden aus dem Pass ausgetragen.
  • Zurück am Lkw kann man die Laufzettel bei dem Militärvertreter davor abgeben.
    Dann geht es zur Ausgangsschranke, an der nochmals Pässe und Fahrzeugscheine vorzulegen sind. Anschließend dürfen wir den marokkanischen Grenzbereich verlassen.

Nun sind wir im sogenannten „Niemandsland“ zwischen Marokko und Mauretanien, wo uns auch direkt einer der vielen Fixer (Helfer beim Grenzübergang) anspricht. Im Vorfeld hatten wir schon vieles über das Für und Wider beim Engagement eines Fixers gehört: Es gibt die Fraktion der Reisenden, die den Grenzübergang mit seinen vielen unübersichtlichen Anlaufstellen auf jeden Fall allein machen wollen – und es gibt diejenigen, die sich den Grenzübergang lieber entspannt gestalten wollen. Wir zählen uns da zur zweiten Faktion 😉

Der Fixer, der mich anspricht, heißt Omar und überzeugt mich am Ende mit seiner Marketing-Strategie. Denn, nachdem er mir seine Dienstleistungen angeboten hat und ich noch zögerlich bin, tätigt er einen Anruf und reicht mir sein Handy: Am anderen Ende ist ein deutscher Reisender, den er vor zwei Wochen bei der Einreise nach Mauretanien unterstützt hat und der sich sehr zufrieden äußert. Ok, gebongt – für seine Dienstleistungen möchte Omar 10 Euro haben, ein fairer Kurs.

Omar fährt in einem Pkw vor uns hier, zunächst noch auf Asphalt, das letzte Stückchen zur mauretanischen Grenze ist übelste Schlaglochpiste. Insgesamt beträgt die Passage durchs Niemandsland knapp 3,5 Kilometer.

Die Erledigung aller Formalitäten auf der mauretanischen Seite dauert insgesamt rund 3,5 Stunden – wobei zu beachten ist, dass von 14:00 bis 15:00 Gebets- und Mittagspause ist (dabei die Zeitverschiebung nicht vergessen: Mauretanien ist eine Stunde hinter Marokko). Auch hier sind die Grenzer alle höflich, im Gegensatz zu den Uniform tragenden Marokkanern sind sie hier allerdings alle in Armeekleidung, ein Hauli verdeckt Kopf und Gesicht und eine Sonnenbrille die Augen, was es schwer macht, ihre Mimik zu erkennen und sie etwas martialisch aussehen lässt. Amtssprache ist hier durchgängig Französisch, wobei viele auch nur Arabisch sprechen – weshalb das Fixer-Modell zusätzlich Sinn macht, um die Verständigung zu erleichtern.

Im Einzelnen durchlaufen wir folgende Hauptstationen – wobei es zusätzlich noch eine ganze Reihe von Zwischenstationen gibt, die der Fixer für uns erledigt:

  • Nach Durchfahrt der Eingangsschranke halten wir rechts vor einem Gebäude.
  • Stefano geht mit Omar zu einem Häuschen auf der linken Seite. Dort will der Grenzer unsere Pässe und Visa sehen und den Verlauf unserer Reiseroute wissen.
  • Anschließend verschwindet Omar in dem Polizeihäuschen direkt vor uns.
  • Danach dürfen wir mit dem Lkw weiter bis kurz vor die Schranke im Inneren des mauretanischen Grenzbereiches fahren. Hier warten wir im Fahrerhaus, während Omar mit unseren Pässen, Visa und Fahrzeugscheinen zu den verschiedenen Grenzstationen rennt.
  • Nachdem er die wesentlichen Dinge vorbereitet hat, müssen wir einmal beide mitkommen, damit unsere Fingerabdrücke genommen werden und ein Foto von uns gemacht wird. Außerdem werden unsere Visa eingescannt – lustigerweise funktioniert das mit dem Ausdruck nicht, zum Glück haben wir sie auch als PDF auf dem Handy. Die Bezahlung erfolgt in Euro und bar: Pro 90-Tage-Visum und Person sind es 95 Euro. Ein 30-Tage-Visum hätte 55 Euro pro Person gekostet.
  • Anschließend lässt Omar unsere Fahrzeuge in den Pass eintragen, was etwas länger dauert, da wir neben dem Lkw ja auch noch das Motorrad haben – was offenbar komplizierter ist.
  • Omar besorgt uns eine Versicherung für den Lkw – welchen Tarif man hier zahlt, hängt vom Fahrzeug und der allgemeinen Willkür ab 😉
  • Ferner wechselt er Geld für uns, wir geben ihm den zu tauschenden Betrag vorab bar in Euro. Der Wechselkurs für Ouguiya liegt derzeit bei ca. 0,46.
  • Außerdem besorgt er uns eine SIM-Karte von Moov Mauritel und besteht auch direkt darauf, dass wir ausprobieren, ob sie funktioniert. Dabei stellt sich heraus, dass mit der mauretanischen Karte beim iPhone kein Tethering – also Nutzen des Handys als Hotspot – möglich ist. Wir haben ja aber auch einen kleinen Router, und in dem funktioniert sie einwandfrei.
  • Und dann ist alles erledigt! Omar begleitet uns durch die Ausfahrtschranke aus dem Grenzbereich raus und hier rechnen wir dann ab, sprich: wir geben ihm das verauslagte Geld für das Eintragen der Fahrzeuge, Versicherung und SIM-Karte in Euro. Für seine Dienstleistung die vorher vereinbarten 10 Euro – also kein nachträgliches Raufhandeln o.ä. – wobei wir den Gesamtbetrag zu seinen Gunsten aufrunden, da wir mit seinem Service sehr zufrieden sind.

Und dann haben wir es geschafft: Wir sind zum ersten Mal in Mauretanien!

Der erste Eindruck sind neben einer langen Schlage von Lkw’s, die von Mauretanien nach Marokko rüberfahren wollen, ein großes Gewusel von Menschen vor kleinen Shops und Ständen und unglaubliche Berge an Müll.

Grenzübergang nach Mauretanien

Wir haben jetzt noch rund 50 Kilometer vor uns, da wir als erstes einen bekannten Overlander-Treffpunkt in Nouadhibou ansteuern wollen, die Villa Maguela. Mehr dazu dann im nächsten Beitrag.

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