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Hamburg – nicht mehr unsere Perle…

Unser Aufenthalt in Hamburg ist ein Wechselbad der Gefühle: Wir freuen uns sehr, unsere Freunde aus den alten Zeiten wiederzusehen, stellen aber gleichzeitig fest, dass wir uns in der Stadt überhaupt nicht mehr zuhause fühlen. Das liegt nicht nur an den allgegenwärtigen Baustellen und Verkehrsstaus, sondern am allgemeinen Vibe. Hamburg im Speziellen und Deutschland im Allgemeinen sind uns fremd geworden, offenbar haben uns die 6,5 Jahre on the road doch mehr verändert, als wir selbst realisiert haben.

Zurück in der Vergangenheit

Fangen wir erstmal mit den schönen Momenten an: Wir sehen in diesem Monat viele liebe alte Freunde wieder und genießen die gemeinsamen Momente sehr; schließlich haben wir uns gut drei Jahre nicht mehr live gesehen. Es gibt viel zu erzählen, wobei doch zunehmend traurige Gesundheitsupdates eine Rolle spielen – was uns mal wieder bewusst macht, wie glücklich wir uns schätzen können, dass wir in dieser Hinsicht bislang noch keinerlei Probleme haben.

Wir drehen auch eine Runde in unserem alten Kiez in Altona und Ottensen, sind allerdings wenig begeistert über die aktuellen Entwicklungen – und machen eine Tour durch die neuen Teile der Hafencity und entlang der Landungsbrücken. Es fühlt sich gleichermaßen vertraut und fremd an, wobei das vorherrschende Gefühl ist: Das ist nichts mehr für uns. Wir haben wirklich gerne in Hamburg gelebt, aber können uns das aber jetzt und auch für die Zukunft überhaupt nicht mehr vorstellen. Dazu tragen sicherlich auch das allgegenwärtige infrastrukturelle Chaos und das norddeutsche Schmuddelwetter bei, aber insgesamt vermissen wir in Deutschland vor allem die südeuropäische Freundlichkeit, Gelassenheit und Lebensfreude.

Und on top schlägt in Hamburg natürlich die Trauer über den Verlust von TomTom nochmal mit voller Wucht zu: Schließlich haben wir hier die ersten gut neun Jahre seines Lebens mit ihm zusammen verbracht und bei unseren Streifzügen durch unser altes Viertel ist fast jede Ecke mit Erinnerungen an unsere früheren Gassirunden behaftet…

Das große Ausmisten, dritter Akt

Wie auch immer, es wartet in Hamburg auf jeden Fall einiges an Arbeit auf uns, denn wir haben uns für diesen Aufenthalt vorgenommen, den Inhalt unseres verbliebenen Lagercontainers weiter zu reduzieren. Mit jedem Jahr, das wir länger unterwegs sind, haben wir das Gefühl, noch mehr loslassen zu müssen. Viele Dinge, die wir vor sieben Jahren bei der Wohnungsauflösung noch als unverzichtbar erachtet haben, erscheinen heute nur noch als Ballast. Ähnliche Empfindungen hatten wir bereits bei der Reduktion der ursprünglich zwei Lagercontainer auf einen vor vier Jahren – aber auch damals ist ja noch einiges übriggeblieben.

Nun also die dritte Schrumpfungsrunde, an deren Ende wir um rund 50 Umzugskisten und diverses größeres Sperrgut leichter sind. Mir als Bücherwurm fällt der Abschied von meinen verbliebenen Büchern zwar sehr schwer, aber es macht auch keinen Sinn, sie noch für die Ewigkeit zu archivieren. Passend zu unseren Aktivitäten wird mir im Internet ein Buch angepriesen: „The art of Swedish death cleaning“. Es ruft dazu auf, spätestens mit 50 Jahren anzufangen, das eigene Leben zu entrümpeln. Das haben wir auf jeden Fall schon mal erfolgreich getan und es fühlt sich für uns wirklich gut an – wobei immer noch einiges übrig ist.

Wiedersehen mit unserem Manni

Das liegt vor allem daran, dass wir in unserem Container neben reichlich Werkzeug auch noch (Ersatz)teile von drei Fahrzeugen – Fred, Manni und dem Landy – haben. Ja: Manni, unseren MAN G90, gibt es immer noch! Um ihn aufzuwecken, bedarf es erstmal zwei neuer Starterbatterien, aber dann brummt er fröhlich und ohne Mucken vor sich hin. Weder die Bremsen sind festgegammelt, noch gibt es Ölverlust oder ähnliches. Mit seinen mittlerweile 38 Jahren ist er einfach unverwüstlich!

Eigentlich hatten wir mal wieder – und getreu dem Gedanken des Swedish death cleaning 😉 – darüber nachgedacht, ihn dieses Mal zu verkaufen. Aber die Marktlage ist zurzeit nicht gerade ideal und wir haben vor allem keine Lust, unverhältnismäßig lange in Deutschland zu bleiben, bis dann vielleicht doch ein potenzieller Käufer um die Ecke kommt. Und wir müssten Manni dazu natürlich auch erstmal wieder anmelden, Versicherungsschutz beantragen und neuen TÜV machen. Das Resultat unserer persönlichen Kosten-Nutzen-Analyse: Wir behalten ihn weiterhin – und wer weiß, vielleicht wird sein Chassis irgendwann noch die neue Basis für ein kleineres, rollendes Zuhause, wenn wir für Fred mit seinen 14,5 Tonnen in ferner Zukunft keine Fahrerlaubnis mehr bekommen. Die Zeit wird es zeigen.

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Auf jeden Fall nutzen wir dieses kleine private Overlander-Treffen für ein Fotoshooting mit Fred, Manni und Landy. Denn für uns sind sie nicht einfach nur drei Offroad-Fahrzeuge, sondern unsere mobilen Zuhause der letzten 23 Jahre, die uns letztendlich zu den Menschen gemacht haben, die wir heute sind.

Über Hamburg retour nach Glückstadt

Wir nutzen die Zeit an unserem Lagercontainer auch, um das ein oder andere in Fred auszusortieren und mal wieder unsere Garage neu zu arrangieren. Und wir rüsten Freds Außenküche mit einem Gasgrill auf, der sich gleichzeitig auch als Kocher einsetzen lässt. So können wir in Südeuropa auch im Sommer mal grillen, denn aufgrund der allgegenwärtigen Waldbrandgefahr sind Lagerfeuer dort logischerweise ein No-Go. Den Grill testen wir auch gleich vor Ort anlässlich Stefanos Geburtstag 😉

Ansonsten gibt es noch ein paar weitere Wiedersehen mit anderen Overlandern – nämlich Susi und Stefan von TripUnlimited, einer lieben ehemaligen Kollegin von mir und unseren Freunden von Mallorca, bevor wir dann wieder nach Hamburg aufbrechen – um dort natürlich ebenfalls weitere Freunde zu besuchen.

Und wir starten die ersten Vorbereitungen für unsere geplanten Winter-Destinationen, indem wir uns in der Reisepraxis bei Globetrotter den ersten Schub an Impfungen abholen. Außerdem absolvieren wir beide noch einen Kontrollbesuch beim Zahnarzt inklusive Zahnreinigung, denn Zahlprobleme unterwegs sind nun wirklich nix, was man haben möchte! Anschließend geht es wieder retour nach Glückstadt zu Stefanos Eltern – und dem Treffen mit weiteren Freunden und meinem Bruder.

Und schwups, ist der Monat auch schon um – in den kommenden Wochen stehen dann hauptsächlich die Vorbereitungen für den Aufbruch gen Süden im Vordergrund. Wohin es geht, erfahrt ihr dann demnächst 😉

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