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Noch mehr Algarve und dann gen Norden

Noch mehr Algarve und dann gen Norden

Wir bleiben diesen Monat „on the road“, nach nahezu sieben Monaten mit nur kurzen Unterbrechungen an einem Platz genießen wir die Mobilität noch mal wieder ganz neu. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man auch mit einem Expeditionsmobil wieder Wurzeln schlägt, aber das scheint ja derzeit vielen Overlandern Pandemie-bedingt so zu gehen. Es macht einem als Vollzeitlebendem im Truck gleichzeitig auch bewusst, dass es ungeahnte Situationen geben kann, in denen eine Homebase durchaus von Vorteil ist – es muss ja nicht der eigene Grund und Boden sein.

Leben und Arbeiten unterwegs

Wir pendeln uns wieder in unserem üblichen Slow-Travel-Modus ein, sprich: als unsere Düdo-Freunde Anfang des Monats weitereisen, bleiben wir noch ein wenig auf der Ecke bei Sonja. Die Gegend hier ist sehr dünn besiedelt, es kommen lediglich ab und zu ein paar Reiter vom örtlichen Gestüt vorbei – und am Wochenende natürlich die obligatorischen Jäger, wie überall in Portugal. Wir können mit TomTom ausgedehnte Spaziergänge auf diversen Sandpisten und Trails machen, wobei auch hier alles komplett ausgetrocknet ist, inklusive des beachtlichen Flussbettes, das sich hier durch die Landschaft zieht.

Und wir nutzen die Standzeit zum Arbeiten. Denn auch wenn wir es nicht ständig erwähnen, unser Arbeitsleben geht trotz der vielen Unternehmungen unverändert weiter. Während unserer Monate auf der Farm war es sehr einfach in den Alltag zu integrieren: Wir standen fest auf einem Platz, hatten eine stabile Internetverbindung, keine Unterbrechungen durch Fahrzeiten und konnten somit jederzeit auf Kundenwünsche reagieren. Das sieht unterwegs schon anders aus: Zum einen hat man nicht immer wirklich schnelles Internet (wobei es in allen Ländern um Längen besser ist als in Deutschland), und gerade an Tagen, wo man mal etwas Strecke machen möchte, sind spontane Arbeitseinlagen manchmal schwierig – wobei wir auch schon am Straßenrand oder Autobahnraststätten angehalten haben, um dringende Kundenwünsche sofort zu erledigen. Dazu zählen dann Anrufe wie „Meine Website ist nicht mehr erreichbar“, „Ich brauche für eine Sitzung ganz dringend noch mal die und die Charts“, „Wir müssen in der Druckvorlage noch mal ganz schnell eine Zahl ändern“ o.ä.

Mein (Carola’s) Job erfordert zudem eine ganze Reihe an Videokonferenzen, die teilweise ein oder 1,5 Stunden dauern. Ich versuche sie immer möglichst an einem Tag zu bündeln, damit man nicht ständig diese Unterbrechungen hat. Und genau solche Tage waren jetzt wieder angesagt – wobei wir es nach wie vor als großen Luxus empfinden, alle diese Dinge von unterwegs machen zu können. In diesem Zusammenhang hat Corona auch tatsächlich etwas Gutes bewirkt: Die Digitalisierung in den Unternehmen ist einen großen Schritt vorangekommen und auch vorher skeptische Kollegen sind inzwischen sehr angetan davon.

Aber das Vergnügen kommt natürlich trotzdem nicht zu kurz: Nachmittags machen wir Ausflüge mit Sonja und ihrer Hündin in die nähere Umgebung oder an den Strand und bekochen uns abends mehrfach gegenseitig. Und: Wir füllen unsere deutschen Gasflaschen auf, da es in der Nähe eine GPL-Station gibt, die diese mittels Adapter befüllt (zu dem Zeitpunkt hatten wir noch kein eigenes Adapter-Set).

Immer wieder Sagres

Und wo wir nun schon mal im Süden Portugals sind, beschließen wir, nochmal nach Sagres zurück zu fahren – ist einfach unser Lieblingsort. Getreu dem Motto „Support the locals“ gehen wir in den kommenden zwei Wochen dort auch mehrfach Essen, wobei dies in vielen Fällen etwas von Privat-Veranstaltung hat: Meistens sind nur noch zwei oder drei weitere Tische besetzt, Social Distancing par excellence! Für die Gastronomen ist die Pandemie mit den ganzen Einschränkungen wirklich hart (in allen anderen Ländern natürlich auch), vor allem, wenn man überlegt, dass der Tourismus eine der entscheidenden Säulen für die portugiesische Wirtschaft ist.

Da war ja noch was – unser Stromproblem

Vielleicht erinnert ihr Euch noch daran, dass wir im Dezember 2019 ja Probleme mit unseren Batterien hatten, die offenbar ihre Leistungsfähigkeit eingebüßt hatten. Wie zu erwarten, hat sich dieser Zustand in den letzten Monaten nicht verbessert, es fiel nur aufgrund der hochstehenden Sonne und der vielen Sonnenstunden nicht mehr so auf. Da wir beschlossen haben, auch den kommenden Winter in Portugal zu verbringen, ist es also nun langsam mal Zeit, das Problem zu beheben, sprich: neue Batterien zu besorgen.

Erst hatten wir überlegt, von unseren Gel-Batterien auf Lithium-Batterien umzustellen, die ja mittlerweile von immer mehr Overlandern verwendet werden. Sie sind zwar recht teuer, haben dafür aber auch eine längere Lebensdauer und sind leichter und platzsparender. Die Platzfrage ist allerdings in unserem Fall das Problem: Unsere jetzigen Batterien sind im Zwischenboden unter der Dinette verbaut und passen dort haargenau rein. Für Lithium-Batterien, die aufrecht stehen müssen, ist der Raum dort aber zu niedrig. Es ließe sich sicherlich mit einigem Hin und Her ein anderer Platz finden, aber wir haben nicht wirklich Lust, einmal alles auf den Kopf zu stellen. Hinzu kommt, dass wir bei einer Umstellung auf Lithium auch die bestehende Ladetechnik anpassen müssten.

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Lange Rede, kurzer Sinn: Wir entscheiden uns stattdessen für eine Plug- and Play-Lösung, allerdings mit AGM-Batterien. Mit denen hatten wir schon in unserem Manni gute Erfahrungen gemacht – und sie passen in den Abmessungen genau an den jetzigen Platz. Bestellen tun wir sie in Deutschland, kostet uns für vier Batterien plus Versand (jede wiegt fast 70 kg!) rund 1.300 Euro – das finden wir ok. Liefern lassen wir sie uns in die Firma von Fernando, da sie dort Gabelstapler für’s Verladen haben. Ende des Monats treffen sie dort ein und wir machen uns zur Abholung auf den Weg gen Norden.

Wieder Zuhause auf der Farm

Danach geht’s im Konvoy mit Fernando zurück auf Rui’s Farm, wo wir uns alle gemeinsam in den kommenden Tagen um diverse Bauprojekte kümmern – u.a. geht die Brunnenreinigung in die nächste Phase, bei der das stehende und verschlammte Wasser so lange abgepumpt wird, bis das nachsteigende Wasser klar bleibt. Zudem muss die Gegend um den Brunnen Kuh-sicher gemacht werden, da diese immer wieder zur neugierigen Inspektion vorbeikommen und dabei jedes Mal die Brunnenabdeckung runterwerfen 😉

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Nachdem wir nun sechs Wochen unterwegs waren, fühlt es sich in der Tat wie nach Hause kommen an, auch die Kühe scheinen es gut zu finden, dass wir nun wieder täglich unsere Hunderunden über das Grundstück machen. Die Herde hat während unserer Abwesenheit noch eine ganze Reihe neuer Mitglieder bekommen – die Kühe kalben hier nämlich im Frühjahr und im Herbst. Eines der männlichen Kälber ist seinem Vater, dem großen Bullen, wie aus dem Gesicht geschnitten, nur das es derzeit vielleicht 80 kg und nicht 800 kg wiegt!

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