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Mit dem Exmo nach Mallorca

Mit dem Exmo nach Mallorca

Diesen Monat haben wir mal was ganz anderes gemacht: Es ging samt Fred nach Mallorca, denn wir haben eine Einladung von langjährigen Freunden aus Hamburg – es gibt nämlich einen 60. Geburtstag bei ihnen zu feiern. Die Insel ist jetzt nicht gerade der ideale Ort für einen 14-Tonnen-Truck, aber zum Glück haben unsere Freunde ein Grundstück, auf dem wir ganz entspannt stehen und das Inselleben für drei Wochen genießen können.

Fährfahrt mit kleinen Hindernissen

Unsere Fähre nach Mallorca geht ab Valencia, wobei die Beschilderung zum Hafen – zumindest aus La Pobla de Farnals kommend – doch etwas zu wünschen übriglässt und unser Navi zudem meint, dass es keine Route dorthin gibt; liegt womöglich an den zahlreichen Schwerlasteinschränkungen in der Stadt… Aber die Hafenkräne bieten eine gute Orientierung 😉 Nachdem wir es endlich erfolgreich in die Schlange zum Boardingbereich geschafft haben, gibt es allerdings ein kleines Problem: Man ist der Meinung, dass wir mit dem Truck in den Bereich des gewerblichen Schwerlastverkehrs gehören (und damit auch ein anderes, vermutlich viel teureres Ticket brauchen). Nach einer Stunde hin und herpendeln zwischen Terminal und Torwächter und einer Besichtigung des Innenraums durch eine sehr nette Mitarbeiterin der Fährlinie fällt dann die finale Entscheidung: „Es una casa en un camión“ – sprich: ein Haus auf einem Lkw, also ein Wohnmobil!

Wer sich jetzt fragt, warum wir nicht einfach unsere Fahrzeugpapiere vorgezeigt haben, dem sei gesagt: Haben wir! Allerdings sind wir von der Zulassung her etwas speziell, Fred ist nämlich ein Sonstiges Kfz, genaue Bezeichnung: „Begleitfahrzeug für Motorradtouren“. So werden wir steuerlich wie ein Lkw behandelt (als Wohnmobil müssten wir doppelt so viel zahlen), unterliegen aber nicht den Lkw-Restriktionen wie z.B. Sonntagsfahrverbot. Diese Art der Zulassung haben wir vom Vorbesitzer übernommen, weil sie durchaus lukrativ ist. Sie sorgt aber eben ab und zu auch für Diskussionen (hatten wir vor Jahren auch schon mal an einer schwedischen Fähre). Aber am Ende hat es bisher immer geklappt.

So auch dieses Mal, allerdings stehen wir dann wegen Verspätungen bei der Fähre noch gut 3,5 Stunden im Wartebereich rum, bevor das Boarding endlich losgeht. Vorher haben schon diverse Spanier mit einem wilden Hupkonzert ihren Unmut kundgetan 😉 Und dann rollen wir kurz nach Mitternacht aus dem Hafen von Valencia, mit einer tollen Aussicht auf das Lichtermeer an den Kais. Der Bequemlichkeit halber haben wir uns eine Kabine gegönnt, so können wir jetzt noch eine schöne Dusche nehmen und zumindest ein paar Stunden schlummern.

Wir schaffen es nächsten Morgen tatsächlich genau zum Sonnenaufgang über Mallorca aufs Deck – einfach wunderschön! Insgesamt hat die Fahrt rund 7,5 Stunden gedauert, bei absolut ruhiger See (was mich sehr freut, da ich anders als Stefano null seefest bin…) Das Verlassen der Fähre geht dann zumindest für uns sehr schnell, da wir den letzten Platz direkt an der Laderampe hatten und damit als erste runter dürfen! Nun noch eine Stunde bis in den Osten der Insel fahren, das letzte Stück auf für Fred doch sehr schmalen Straßen, inklusive einer Ortsdurchfahrt mit parkenden Autos gegenüber von ausladenden Balkonen… Aber es passt!

Finca, Freunde, Feiern

Und dann rollen wir bei Karina und Stefan auf die Finca. Karina und ich kennen uns seit Schulzeiten, also inzwischen seit über 40 Jahren – und zuletzt haben wir uns vor knapp drei Jahren in Hamburg gesehen. Es herrscht entsprechend große Wiedersehensfreude, die wir mit reichlich Cava begießen 😉 Wir haben noch ein paar Tage zu viert, in denen wir bei den Partyvorbereitungen helfen, bevor dann die diversen Geburtstagsgäste anreisen und ein Wahnsinns-Programm losgeht.

Den Auftakt bildet der Besuch auf einem Weingut, der Bodega Miquel Oliver in Petra. Hier bekommen wir eine Führung durch die Reben, lernen verschiedene Anbaumethoden kennen und erfahren einiges über die klimatischen Herausforderungen beim Weinmachen in dieser Region. Anschließend gibt es eine wunderbare Weinverkostung mit Tapas auf einer Dachterrasse mit einem tollen Blick in die Weinberge.

Am nächsten Abend reisen zum Dinner weitere Freunde an und wir alle genießen mallorquinische Köstlichkeiten in einem lauschigen Restaurant-Innenhof, bis es um Mitternacht Zeit zum Anstoßen ist! Die eigentliche Feier findet am nächsten Tag von Mittag bis Mitternacht bei unseren Freunden auf der Finca statt. Fred erregt dabei natürlich großes Interesse, so dass wir eine Roomtour nach der anderen machen und ein bisschen über unsere Overlander-Erlebnisse erzählen.

Ein weiteres Highlight ist die Jungle Boat Fahrt am kommenden Tag. Wir starten im Hafen von Cala Rajada und tuckern ganz gemütlich die Küste entlang, fahren verschiedene Buchten und Caves an, es gibt Badestopps und ein wunderbares Buffet, das die Crew an Board frisch zubereitet. Es ist ein kleiner Familienbetrieb, der das alte Holzboot in dritter Generation betreibt und es wirklich sehr liebevoll und bequem gestaltet hat. Was uns bei der Tour am meisten begeistert, ist die unglaublich blaue Farbe des Meeres und die kristallklare Sicht bis auf den Grund.

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Den Ausklang der Feierlichkeiten bildet ein Lunch in einer sehr schönen Beachbar am Platja de Sa Marjal. Nach so vielen Tagen Party und Action legen wir dann erstmal die Füße hoch und chillen gemütlich am Pool unserer Freunde vor uns hin – die Temperaturen liegen inzwischen bei gut 30 Grad, fühlen sich aber in Verbindung mit der sehr hohen Luftfeuchtigkeit hier deutlich wärmer an. Da ist regelmäßige Abkühlung perfekt 😉

Mallorca Impressionen

Zwischendurch machen wir immer mal wieder ein paar kleine Trips und erkunden verschiedene Orte auf der Insel: Das bunte Markttreiben in Son Servera, die prähistorischen Ausgrabungen in S’Illot, die lauschigen Gassen und die Burg samt Kirche in Artá und den wunderschönen Parc Natural de Mondragó. Aber vor allem genießen wir die Zeit mit unseren Freunden, die ausgiebigen Gespräche bei Wein und leckerem Essen auf der Terrasse und das Schwelgen in vielen gemeinsamen Erinnerungen. Und dann sind plötzlich schon drei Wochen rum und es heißt Abschied nehmen – aber dieses Mal wird es nicht drei Jahre bis zum nächsten Treffen dauern!

Die letzten beiden Tage cruisen wir noch ein bisschen mit Fred durch den Nordosten der Insel, wobei man ganz klar sagen muss, dass Mallorca keine Gegend für große Exmos ist… Der Versuch, ein Plätzchen in Strandnähe zu ergattern scheitert erwartungsgemäß, also bleiben wir auf einem großen Schotterparkplatz bei Artá und genießen das bunte Treiben in der kleinen Stadt – und die leckeren Restaurants.

Mit der Fähre nach Frankreich

Und dann rollen wir in den nördlichen Hafen von Mallorca in Alcúdia, denn für uns geht es mit der Fähre nach Frankreich weiter. Dieses Mal auch ohne Diskussionen über unsere Fahrzeugklasse, dafür aber mit getrenntem Boarding: Nur der Fahrer darf im Auto bleiben, der Beifahrer muss im Terminal durch die Sicherheitskontrolle (Fahrer und Fahrzeug bleiben unkontrolliert ;-)). Jede Fährgesellschaft hat da offenbar ihre ganz eigenen Regeln. Hin sind wir übrigens mit Trasmed gefahren, zurück mit Corsica Ferries.

Wir haben wieder eine Kabine, bei 15 Stunden Fahrt ist das doch sehr angenehm. Und dieses Mal gibt es gleich mehrere Bars an Bord, da stoßen wir doch noch mal auf unsere Inselzeit an! Die Überfahrt ist erfreulicherweise wieder sehr ruhig und um 9:00 Uhr morgens laufen wir im Hafen von Sète ein. Bereits auf dem Wasser haben wir die immer stärker werdende Hitze gespürt, das Mittelmeer ist wie eine aufgeheizte Badewanne. Schon in den letzten Nächten auf Mallorca lagen die Temperaturen im Truck selbst nach Sonnenuntergang noch bei über 30 Grad…

Durch die Hitzewelle

In entspannten fünf Tagen rollen wir die gut 650 km durch Frankreich Richtung Grenze. Der erste Stopp ist auf einem kleinen, kostenlosen Gemeindeplatz in Ville-Sous-Anjou bei absolut schweißtreibenden Temperaturen – mittlerweile gilt für ganz Südeuropa eine Hitzewarnung. Nach einer weiteren Etappe bleiben wir für drei Nächte auf einem kleinen Platz in Domblans, hier haben wir einen super Schattenplatz unter Bäumen gefunden, perfekt für die mittlerweile gut 34 Grad – wohlgemerkt im Schatten. Und es gibt eine wunderbare Boulangerie mit köstlichen Croissants und Baguettes für ein bisschen Frankreich-Feeling 😉

Und dann geht’s über die Grenze – in welches Land ist eigentlich klar, oder? Was wir dort vorhaben, berichten wir dann im nächsten Monat.

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