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Offroad von Merzouga nach Zagora

Offroad von Merzouga nach Zagora

Der November steht bei uns ganz im Zeichen von Offroad-Fahren. Unsere erste Tour führt uns von Merzouga nach Zagora, durch die berühmt-berüchtigten Sandfelder des Oued Rheris, über den Lac Maider und am Ende durch eine beeindruckende Krater-Landschaft, die allerdings ein unerwartetes Finale für uns bereithält. Anschließend gibt es ein Wiedersehen mit unseren MAN Buddies und eine entspannte Woche auf dem Camping mitten in Zagora.

Karte der Strecke


Ab auf die Piste

Die Offroad-Strecke von Merzouga nach Zagora beträgt rund 280 km, davon über 200 km Offroad. Aus diesem Grund sind wir sie auch während unserer letzten beiden Marokko-Aufenthalte nicht gefahren, da das für unseren Hundesenior zu anstrengend gewesen wäre. Und deshalb begleiten uns auch unsere MAN Buddies nur bis zu unserem ersten Nachtplatz, da die komplette Route für ihre Hundedame Mira ebenfalls zu viel wäre. Aber der erste Streckenabschnitt ist auf einer ausgefahrenen Piste gut zu befahren und führt uns zu einer schönen Dünenlandschaft.

Zwischen den Sanddünen suchen wir uns einen netten Nachtplatz, müssen dafür allerdings ein kleines Weichsandfeld queren. Hier erfährt unser MAN Team dann im praktischen Selbstversuch, warum es so wichtig ist, den Reifendruck vor solchen Passagen zu reduzieren. Macht man das nämlich nicht, bleibt man schnell stecken!

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Mit etwas Schaufeln und dem Einsatz unserer Sandbleche ist das Problem aber zügig behoben und wir können uns in unserem Camp anrichten. Zuvor hatten wir noch reichlich Holz in einem Oued gesammelt und sind damit bestens aufgestellt für lange Wüstennächte. Und auch kulinarisch sind wir dank Lebensmittel- und Wein-Einkäufen wunderbar ausgestattet, so dass wir bald gemütlich mit einem Glas Rotwein am Feuer sitzen und im Dutch Oven ein Hühncheneintopf vor sich hin brutzelt.

Oase Remlia und Querung Oued Rheris

Nach drei Tagen geht’s für uns weiter auf der Piste, während unsere MAN Buddies umdrehen und auf Asphalt nach Zagora vorausfahren. So kommt ihr Hund Mira ganz sanft ans Ziel, während unser Track doch deutlich rumpeliger wird, bis wir die Oase Remlia erreichen. Hier gilt es, das bis zu 3 km breite Flussbett mit seinen Weichsandfeldern und FechFech (feiner Sandstaub) zu kreuzen und dabei nicht die Orientierung zu verlieren, da es hier diverse Spuren und Pisten durch das Oued gibt – manche besser und manche eher tückisch. Wir entscheiden uns für eine nördliche Querung etwas abseits der Hauptpiste und kommen hier auch ohne Probleme durch: Fred pflügt sich tapfer durch die Sandfelder und wir finden auch nicht ganz so steile Auf- und Abfahrten durch das Oued, das zum Glück – abgesehen von einer Stelle – trocken ist. Bei Regenfällen muss man hier ggfs. ein paar Tage warten, weil die Querung sonst zu gefährlich ist.

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Eigentlich wollten wir auf der anderen Seite wieder auf die Hauptpiste zurück und folgen deshalb einem Track entlang der Oued-Kante. Dieser erweist sich allerdings nach ca. 1,5 km als ziemlich ungeeignet für Fred, denn die Spur wird immer enger und verwundener und endet schließlich an einer steilen Abfahrt ins Flussbett. Da nicht absehbar ist, wie sich das Ganze unten weiterentwickelt, heißt es umdrehen und alles wieder retour. Zum Glück ist Stefano ein entspannter Fahrer, der auch die Ruhe bewahrt, wenn das hintere Rad von Fred schon ein Stück über die Abbruchkante hinausragt…

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Wir entscheiden uns, durch ein Tal parallel zur Hauptpiste zu fahren. Eine gute Wahl, denn die Piste führt uns durch eine atemberaubende Landschaft aus Bergen und Steinwüste. Hier suchen wir uns einen windgeschützten Platz und genießen die unendliche Weite und Stille an diesem Ort.

Dünenlandschaft am Lac Maider

Nach zwei Nächten geht es auf teilweise sehr rumpeligen Pisten weiter zwischen verschiedenen Bergketten hindurch, die Tachonadel zeigt nur selten mehr als 20 km/h an. Schließlich erreichen wir die Schwemmtonebene des Lac Maider, hier kommen wir etwas zügiger voran. Nach 2/3 der Seeüberquerung entdecken wir einen schönen Nachtplatz im Dünengürtel am Rande – und finden dort sogar einen ganzen Haufen zurückgelassenes Feuerholz. Damit ist das Abendprogramm für zwei Tage gesichert.

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Es gibt einfach nichts Besseres als ein Lagerfeuer in der Wüste unter den Millionen Sternen der Milchstraße und dem langsam über den Horizont steigenden Mond. Einziges Geräusch sind die nachtaktiven, kleinen Wüstenspringmäuse, die bei ihrer Nahrungssuche immer mal wieder im Feuerschein auftauchen oder uns fast auf die Füße hüpfen. Weitere Unterhaltung bietet am kommenden Tag ein riesige Herde von mehreren hundert Kamelen, die ganz gemächlich an uns vorbeiziehen.

Unerwartete Probleme am Krater vor Zagora

Nach zwei Tagen geht es weiter, nun über schier endlose Ebenen, durch diverse Oueds und schließlich zu einem Kontrollposten des Militärs. Die Piste ist überwiegend recht gut, so dass wir mal richtig Strecke machen. Schließlich liegt nur noch die Querung von zwei Hügelketten vor uns. Die „Hügel“ erweisen sich dann allerdings doch eher als Berge; die zunehmend steinigere Piste kreuzt erst mehrmals ein Oued, um sich dann stetig ansteigend am Rande des Oueds in die Höhe zu schrauben. Fred hat mit seinen 14 Tonnen und den zu überwindenden Absätzen im Track bergauf gut zu tun – in solchen Momenten hofft man immer nur, dass einem keiner entgegenkommt! Aber schließlich haben wir den Scheitelpunkt erreicht – und treffen auf der anderen Seite überraschend auf drei große Exmos! Deren Fahrer laden uns direkt ein, uns zu ihnen zu stellen und den Ausblick zu genießen.

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Wir stellen fest, dass wir uns auf dem Rand eines riesigen Kraters befinden und hier offenbar die einzige halbwegs gerade Stelle ist, auf der mehrere große Fahrzeuge nebeneinanderstehen können, bevor es dann wieder steil runtergeht. Wir verbringen einen sehr netten Abend mit den dreien und erfahren dabei, dass sie zur Fraktion der Frühaufsteher gehören – also genau das Gegenteil von uns. Trotzdem schauen wir am nächsten Morgen um kurz nach acht neugierig aus dem Fenster, als das Röhren eines Dieselmotors ankündigt, dass der erste von ihnen die Abfahrt begonnen hat.

Allerdings stirbt der Motor ab, kaum dass der Truck nach der ersten Kurve außer Sicht ist. Es stellt sich heraus, dass er auf der steilen Piste mit vielen Stufen seitlich in eine Auswaschung gerutscht ist und sich dabei den rechten Hinterreifen zerstört hat. Eine denkbar schlechte Stelle für einen Reifenwechsel, sehr eng und direkt am Hang. Stefano hilft den Jungs, das notwendige Werkzeug die Piste runterzuschleppen. Und dann kommt’s noch dicker: Ein eingesetztes Hebekissen fliegt unter dem Truck raus und trifft den havarierten Fahrer übel an Schulter und Kehlkopf! Das zeigt, wie schnell aus Spaß Ernst werden kann.

Nach den notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen zum Verbinden der Schnittwunden nehmen die Jungs Kontakt zur Garage Iriki in Zaroga auf. Diese schickt einen Mechaniker zur Hilfe raus – und eine Overlanderin, die gerade mit ihrem Kat1 in der Werkstatt steht, kommt direkt zur Unterstützung mit, denn der Verletzte kann sein Exmo in seinem aktuellen Zustand nicht mehr selbst fahren. Während der zwei Stunden Wartezeit bis zur Ankunft des Werkstatt-Jeeps schaffen es die Jungs, den zerstörten Reifen zu wechseln, so dass es dann direkt mit dem Verletzten ins Krankenhaus zum Nähen gehen kann.

Die beiden anderen Exmos und wir machen sich anschließend dann auch ganz langsam und vorsichtig an die steinige Abfahrt – zum Glück ohne weitere Vorkommnisse. Und so landen wir dann am Ende alle sicher in Zagora. Das Ganze ist ein schönes Beispiel dafür, dass es auch in kritischen Situationen immer einen Ausweg gibt und vor allem dafür, dass Zusammenhalt und Unterstützung unter Overlandern verlässlich funktionieren.

Pausenwoche in Zagora

Wir werden in Zagora schon von unseren MAN Buddies auf dem Camping Sindibad erwartet und verbringen dort eine weitere schöne Woche zusammen: Wir bekochen uns gegenseitig, bummeln durch den Souk und die diversen kleinen Geschäfte, füllen unsere Alkoholvorräte auf 😉 und verbringen viele Stunden bei angeregten Gesprächen über unsere bisherigen Erlebnisse unterwegs. Und da wir uns noch in der Vorsaison befinden, ist es angenehm leer – ein paar Tage haben wir den kompletten Camping für uns allein.

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Außerdem treffen wir auch die Kat1-Fahrerin und unsere drei Exmo-Kollegen wieder. Letztere laden uns noch zum Abendessen ein, um die gelungene Rettung zu feiern. Dem Verletzten geht es zum Glück schon wieder deutlich besser und er plant bereits die nächsten Unternehmungen – genau wie wir, denn für die zweite Monatshälfte steht bei uns eine weitere Offroad-Tour an. Fortsetzung folgt!

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