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Spanien, wir kommen!

Spanien, wir kommen!

Viele aus unserem Umfeld haben sich schon amüsiert und waren überzeugt, dass wir – mal wieder – in Portugal hängenbleiben. Zumindest für die ersten drei Wochen dieses Monats ist das auch zutreffend, aber dann schaffen wir es tatsächlich über die Grenze. Wie immer haben wir nur eine grobe Richtung im Kopf, es soll erstmal entlang der Atlantikküste weitergehen und dann schauen wir mal.

Tschüss, Portugal

Zunächst genießen wir weiterhin die Zeit zusammen mit meinem Bruder. Zum Monatsbeginn haben nun auch wieder deutlich mehr Läden auf und die Zahl der Surfer hat ebenfalls stark zugenommen. Damit herrscht überall reges Treiben und Sagres mutet so langsam wieder wie vor Pandemie-Zeiten an. So entdecken wir auch noch ein paar neue Restaurants – vielleicht sollten wir darüber nachdenken, einen Gastro-Guide für Sagres zu schreiben – und haben, abgesehen von wenigen Tagen, auch bestes Frühlingswetter. Für meinen Bruder heißt es dann wieder Abschied nehmen, natürlich nicht ohne vorher noch mal ganz besonders lecker Essen zu gehen 😉

Wir können uns noch nicht so ganz losreißen und verweilen noch ein bisschen an unserem Lieblingsort. Bei unseren Hunderunden durch die Dünen und Pinienwälder rund um den Camping konnten wir über die letzten Wochen dabei zuschauen, wie immer mehr anfängt zu blühen. Diese ganz spezielle Landschaft hat es uns wirklich sehr angetan – erstaunlicher- und erfreulicherweise sind allerdings nur sehr wenige andere Menschen hier unterwegs, mal abgesehen von ein paar Joggern und natürlich die obligatorischen Quad-Fahrer am Wochenende.

Mitte des Monats brechen wir dann aber tatsächlich auf und machen noch eine schöne Pistentour an der Westküste von Villa do Bispo über Carrapateira. Hier sind wir vor 16 Jahren schon mit unserem Landy langgefahren und die Ecke hat nichts von ihrer Schönheit verloren. Anschließend versuchen wir noch unser Glück mit der inzwischen bekommenen „numero utente“ im Impfzentrum von Lagos – aber sie haben derzeit nicht genug Impfstoff, um auch schon die im Land befindlichen Ausländer zu boostern – es heißt also noch etwas Geduld haben.

So lange wollen wir jetzt aber nicht mehr warten, von anderen Reisenden haben wir gehört, dass es mit dem Boostern wohl in Spanien mittlerweile ganz einfach funktionieren soll – das werden wir dann mal vor Ort überprüfen. Bevor wir Portugal dann nach inzwischen schon wieder vier Monaten tatsächlich verlassen, verabschieden wir uns noch bei einem leckeren Grillabend von Sonja. Am Folgetag rollen wir zurück nach Vila Real de Santo Antonio, wo wir über den Grenzfluss nach Spanien fahren.

Moin, Spanien!

Inzwischen sind wieder deutlich mehr Wohnmobile auf den Straßen unterwegs als noch vor ein paar Monaten. Damit sind natürlich auch alle Parkplätze entlang der Küste gut belegt, zumal auch noch Sonntag ist und viele Spanier ebenfalls einen Ausflug ans Meer machen. Wir haben aber Glück und finden kaum 20 km hinter der Grenze am Playa de Isla Cristina einen schönen Platz direkt hinter den Dünen in einem Pinienwald-Streifen. Hier sind alle paar Kilometer größere Parkplätze, auf denen sich neben Pkws auch zahlreiche Reisende einquartiert haben. Angeblich soll die Guadia Civil in Spanien das Freistehen ja etwas entspannter sehen als die GNR in Portugal – wir lassen uns überraschen.

Erstmal sind wir ganz begeistert, mal wieder in unmittelbarer Meer-Nähe zu wohnen und mit Wellenrauschen einzuschlafen und wieder aufzuwachen. Ein Mitsteher mit einem großen Wohnmobil meint, er wäre hier schon seit 6 Wochen ohne Probleme. Entsprechend eingerichtet sieht es in seinem Außenbereich auch aus. Vielleicht auf Dauer doch etwas zu viel für die Ordnungshüter, auf jeden Fall wird der Platz an unserem dritten Abend freundlich, aber bestimmt geräumt. Immerhin gibt uns der Officer auf Nachfragen den Tipp, einfach 3 km weiter nach Urbasur zu fahren, dort gäbe es einen Parkplatz am Meer, wo wir stehen könnten.

Passt perfekt, als wir dort im Dunkeln eintreffen, steht dort lediglich eine Handvoll Wohnmobile und es ist total ruhig. Auch hier gibt es den Pinienwald und die schöne Dünenlandschaft mit zahlreichen Holzstegen an den Strand – und dazu noch einen Supermarkt und ein paar Restaurants in Laufweite. Was will man mehr! Noch ist wenig Betrieb, aber mit jedem Tag machen mehr der kleinen Bars auf und bei unseren Spaziergängen entdecken wir auf der anderen Seite des Ortes riesige Hotelanlagen – sprich: zur Saison muss hier die Hölle los sein, das wäre dann nichts mehr für uns.

Leben am Stausee

Da ein lokaler Feiertag vor der Tür steht, beschließen wir vorher noch mal den Standort zu wechseln – und zu Tanken. Das hatten wir uns nämlich in Portugal verkniffen, da Diesel in Spanien doch deutlich billiger ist. Wobei sich das im Zuge des aktuellen Weltgeschehens in den kommenden Wochen auch ändern sollte, auch wenn es im Verhältnis zu vielen anderen europäischen Ländern immer noch preiswerter geblieben ist.

Wir fahren an den rund 30 km entfernten Stausee Presa de los Machos. Hier gibt es zwar ein paar Pisten, die laut Google Maps direkt an den See führen, aber diese sind sehr zugewachsen und damit für unseren dicken Fred eher nicht geeignet. Und die einzig befahrbare ist ab der Hälfte gesperrt – so ist das eben manchmal. Aber in der Nähe der Staumauer gibt es einen Parkplatz auf einem Plateau mit tollem Blick über den See – passt. Vom Landschaftsbild her könnten wir immer noch in Portugal sein: Auf der einen Seite des Sees gibt es große Pinienwälder und überall blühen Zingstrosen und Lavendel.

Abgesehen von ein paar Einheimischen, die zum Angeln vorbeikommen, und drei Wohnmobilen sind wir hier die kommenden Tage ganz alleine und erkunden die zahlreichen Anglerpfade am Seeufer. Große Teile können wir auch direkt im See gehen, da der Wasserstand so niedrig ist, dass der Uferbereich riesig geworden ist. Anhand von angeschwemmtem Holz in Sträuchern kann man erkennen, wie weit das Wasser bei Höchststand normalerweise kommt. Und auch das Überlaufbecken und die angrenzenden Abläufe sind komplett ausgetrocknet, wobei auch die Dimensionen des Flussbettes und der sich darin befindlichen Strömungsreste an den Felsbrocken die möglichen Wassermassen erahnen lassen.

Aber dieser Winter war eben auch sehr trocken – ganz im Gegenteil zum Vorjahr, wo wir im Alentejo ja schon fast Schwimmhäute angesetzt hatten. In der Folge sind sowohl in Portugal als auch in Spanien alle Stauseen und Wasserreservoire in diesem Jahr besorgniserregend leer. Schon jetzt wird in der lokalen Presse vor Wasserknappheit im Sommer gewarnt. Und wenn man sich dann noch all die großen Hotelanlagen mit riesigen Pools und vor allem die ganzen Gewächshäuser hier im Süden Andalusiens ansieht, ist man wirklich alarmiert.

Was uns hier außerdem auffällt – und uns in den kommenden Wochen immer wieder begegnen wird – sind die Unmengen an Müll, die überall rumliegen. Am Seeufer liegen jede Menge leere Bierflaschen, Konservendosen und sonstige Hinterlassenschaften der Angler. An einigen Stellen zumindest mal in Säcken zusammengepackt, aber vielfach lose in der Gegend rumfliegend. Und auch entlang der größeren Transitpiste im Seeumland finden sich immer wieder Unmengen an Plastikflaschen und Mülltüten.

Drei Jahre Trucklife in Fred

Und mit dem Monatsende vollenden wir auch unser drittes Jahr Vollzeitleben in Fred. Wir finden nach wie vor, dass dieses die beste Entscheidung unseres Lebens war und genießen jeden Tag unterwegs in vollen Zügen. Unsere frühere Wohnung oder unser altes Leben haben wir noch keinen Tag vermisst, für uns hat Fred alles, was wir brauchen. Und auch TomTom gefällt sein Leben als „Truckdog“ sehr: Immer wieder neue Gegenden zum Erkunden und beschnüffeln – wobei er unserer Meinung nach am allerbesten findet, dass das Rudel in Fred so schön eng beieinander lebt, aus Hundesicht einfach super!

Aber auch wir sind uns in der ganzen Zeit noch nie auf die Nerven gegangen, wobei wir damit auch nicht wirklich gerechnet hatten, schließlich waren wir die zehn Jahre davor mit Manni in einem deutlich kleineren Wohnkoffer unterwegs, zwar maximal zwei Monate am Stück, aber auch dort war es immer sehr entspannt. Und davor war unser Reisefahrzeug unser Landrover – im Vergleich dazu ist Fred im wahrsten Sinne des Wortes ein rollendes Haus 😉 Wir freuen uns auf jeden Fall auf all die Jahre in Fred, die noch vor uns liegen und sind gespannt, wo uns unser Slow Travel Modus noch so hinverschlagen wird!

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