Sorry! Google hat hier übersetzt:-)
heimathafen.one
Viel Besuch – und auf an die Algarve!

Viel Besuch – und auf an die Algarve!

Nachdem wir den August ja überwiegend mit Rui alleine verbracht hatten, wurde es diesen Monat wieder richtig turbulent: Jede Menge Besucher und damit jede Menge los im Farmlife. Und der erste Regen! Als Hamburger ist man ja an Dauerregen gewöhnt, hier im Alentejo haben wir zum ersten Mal über Monate das komplette Gegenteil kennengelernt: Sonne und Trockenheit. Das Land, das im Frühjahr noch grün und voller Blumen war, hatte sich zu einer staubigen, braunen Stoppellandschaft mit betonhartem Lehmboden verwandelt, Flüsse und Seen waren nahezu ausgetrocknet und die Waldbrandgefahr auf höchstem Level. Wasser war also mehr als dringend notwendig!

Die Wohngemeinschaft ist wieder vereint

Der Monat ging gleich super los: Am ersten Wochenende standen unsere Düdo-Freunde als Überraschungsbesuch vor der Tür – große Wiedersehensfreude! Und sie waren nicht alleine: Fernando war mit seiner kompletten Familie zum Sommerurlaub angerückt. Schwupp, war die Hütte wieder voll und Rui’s Küche wieder unter Volldampf.

Aber nicht nur die Küche – auch der im letzten Monat reaktivierte Ofen kommt fleißig zum Einsatz: Von Pizza über Pulled Pork bis hin zu einem kompletten Spanferkel ist alles dabei.

Ein weiterer großer Vorteil des Ofens ist, dass wir darin auch mal wieder ein Lagerfeuer machen können – denn aufgrund der großen Trockenheit ist offenes Feuer den ganzen Sommer über verboten, weil die Gefahr eines Waldbrandes viel zu groß ist. Gerade die Eukalyptuswälder stellen in diesem Zusammenhang eine große Gefahr da, weil sie wie Zunder brennen. Dies liegt vor allem daran, dass die lose Rinde im Feuer wie glühende Anzünder fortgerissen wird und so immer neue Flächen in Brand setzt. Außerdem sorgen die in Holz und Blättern reichhaltig vorhandenen ätherischen Öle dafür, dass die Wälder lichterloh brennen, wenn sie erst einmal entflammt sind. Rui hat das vor einigen Jahren miterlebt: Die kompletten Eukalyptusplantagen rund um sein Grundstück sind damals abgebrannt und es hätte nicht viel gefehlt, und das Feuer wäre auch auf die Farm übergesprungen…

Aus diesem Grund sind alle Landbesitzer in Portugal verpflichtet, sogenannte Brandschneisen zu ziehen. Bei Rui‘s Farm kümmert sich Antonio darum, indem er im Frühjahr mit dem Trecker und einer Egge entlang aller Zäune innen und außen den Boden auflockert – das sind Unmengen an zu beackernden Kilometern und eine Riesenarbeit. Aber so wird verhindert, dass sich ein Feuer im Falle eines Brandes ungehindert ausbreiten kann.

Roadtrip mit den Happys

Nachdem Carmen und Michi uns von ihren ganzen Erlebnissen in den letzten Wochen auf Tour berichtet haben, packt uns auch die Reiselust und wir beschließen, gemeinsam einen Roadtrip in Richtung Algarve zu machen, wo die beiden eine Freundin besuchen wollen.

Erster Stopp ist der Stand in Cortiço, wo wir auch gleich am ersten Abend wieder Besuch von der GNR bekommen. Die Kollegen sind aber recht entspannt und meinen nur, dass wir mit den beiden Autos rechtwinklig parken sollen – dann wäre das mit dem Übernachten schon ok. Sehr schön!

Nach einem entspannten Strandwochenende wollen wir die Westküste gen Süden fahren und dabei noch ein paar unserer Lieblingsstrände besuchen. Aber Pustekuchen: An allen Stränden, wo wir noch im Winter 2019/20 gestanden haben, stehen jetzt bereits an den Zufahrten jede Menge Schilder, die besagen: „Durchfahrt für Wohnmobile verboten“. Damit sind quasi alle großen Standzufahrten für uns blockiert und selbst auf einem Schleichweg über eine Schotterpiste treffen wir auf die Schilder. Dies wird in den kommenden Monaten noch für viel Diskussionsstoff in Portugal sorgen, denn nicht nur die Touristen, sondern auch die Einheimischen können nun nicht mehr mit ihrem Wohnmobil an den Strand fahren – selbst wenn sie dort nur spazieren gehen oder den Tag verbringen möchten.

Etwas frustriert beschließen wir vier daher, einfach direkt bis Sagres durchzufahren. Dieses Mal geht’s nicht auf den Camping, sondern wir parken direkt vorm Fortaleza. Hier sind wir in guter Gesellschaft von mehreren Dutzend Overlander-Fahrzeugen, vom riesen Truck bis zum kleinen Van ist alles vertreten. Gefühlt werden es im Laufe der Woche immer mehr Fahrzeuge – unter anderem wohl auch, weil die GNR viele der kleinen Buchten, die bei Surfern als Übernachtungsspot sehr beliebt sind, räumt. Der Fortaleza-Parkplatz scheint zu dem Zeitpunkt der einzige Ort zu sein, wo Übernachtungen noch geduldet werden. Wir richten uns dort ebenfalls ein, halten nette Pläuschchen mit diversen Nachbarn, wandern zu den verschiedenen Stränden und lassen es uns natürlich auch kulinarisch gut gehen.

Landleben an der Algarve

Dann geht’s weiter zu Sonja, der Freundin von Carmen und Michi. Sie wohnt im Hinterland von Lagos, genauer gesagt, sie steht dort mit ihrem Wohnmobil auf privatem Grund von einem deutschen Paar. Dort hatte sie während der ersten Corona-Welle Unterschlupf gefunden und war dann hängen geblieben – kommt uns bekannt vor 😉 Mit Fred passen wir nicht durch die Grundstückseinfahrt, also stellen wir vier uns in der Nähe an den Rand eines Ackers. Die Naturschutzbehörde patrouilliert dort regelmäßig, aber stört sich nicht an uns.

Und ehe wir es uns versehen, sind wir wieder mitten drin im Landleben, bauen gemeinsam für Sonja zwei große Hochbeete und einen Sägebock, besuchen den sonntäglichen Wohnmobilisten-Treff bei Walter (ein deutscher Metzger, der nach Portugal ausgewandert ist und für andere Reisende sonntags typische deutsche Gerichte wie Bratwurst, Rouladen etc. kocht) ein paar Orte weiter und machen einen Stadtausflug nach Lagos – inklusive Sightseeing, Hafenpromenade und Essen gehen.

Vor allem in Lagos machen sich die Auswirkungen von Corona deutlich bemerkbar, die Stadt ist quasi so gut wie ausgestorben, die meisten Bootstouren am Hafen fahren (noch) nicht und viele Restaurants haben geschlossen oder sind sehr dünn besucht. In unserem Alentejo-Landleben haben wir ja mit Corona nur sehr wenig Berührung gehabt, eigentlich nur beim Maske-Aufsetzen im Supermarkt. Ansonsten waren wir dort ja so weit ab vom Schuss, dass wir unser Leben eigentlich völlig ohne Einschränkungen geführt haben – wie privilegiert wir damit waren, wird uns jetzt noch mal ganz deutlich bewusst.

Tags zu diesem Beitrag: