Für unseren Aufenthalt in Mauretanien hatten wir ja das 90-Tage-eVisum beantragt, womit wir über ein großzügiges Zeitfenster für unsere Touren verfügen konnten. Anders sah es allerdings für Fred aus: Das TIP (Temporary Import Permit) ist nur für 30 Tage gültig und muss verlängert werden. Wie das funktioniert, was es sonst noch so an organisatorischen Dingen während unseres Aufenthaltes gab und wie die Ausreise von Mauretanien nach Marokko abläuft, erfahrt ihr in diesem Blog.
Internet in Mauretanien
Wir hatten direkt bei der Einreise nach Mauretanien über unseren Fixer Omar eine SIM-Karte mit 20 GB Datenvolumen für das Internet erworben. Betreiben tun wir sie über einen kleinen Router von Huawei, an den wir zusätzlich noch eine Antenne anschließen können, um den Empfang zu verbessern. Letzteres war in Mauretanien definitiv sehr hilfreich, denn außerhalb der Städte Nouadhibou und Atar wird der Internetempfang definitiv schwächer – wobei er entlang der Erzbahnlinie, zumindest in der Nähe der dort vorhandenen Masten, überraschend gut ist (bis zur Hälfte der Strecke hat man sogar noch Empfang mit inwi oder Maroc Telecom). Allerdings nur bis zum Sonnenuntergang, danach bricht die Verbindung bis zum Sonnenaufgang komplett weg 😉
Auch im näheren Umfeld von Chinguetti war durchaus noch Internet vorhanden, wobei man keine üppige Bandbreite erwarten sollte. Natürlich waren unseren ersten 20 GB irgendwann aufgebraucht, hier hatte Omar uns angeboten, dass wir ihm einfach eine WhatsApp schicken sollen, dass er die Karte wieder aufladen soll. Abrechnen würden wir dann bei unserer Rückreise nach Marokko. Und genauso haben wir das dann auch gemacht. Es hat jedes Mal recht zügig geklappt, spätestens nach ein paar Stunden konnte ich auf unserem Router den Eingang des neuen Datenvolumens sehen. Man muss halt nur rechtzeitig an den Upload denken – einmal hatten wir das etwas aus den Augen verloren, hatten dann aber zum Glück Nachbarn mit Starlink, so dass wir Omar kontaktieren konnten.
Und warum haben wir kein Starlink? Hier in Mauretanien haben wir tatsächlich das erste Mal darüber nachgedacht, unsere Abneigung gegen seinen Erfinder zu überwinden und über eine Anschaffung nachzudenken. Mal schauen – vielleicht beim nächsten Trip nach Mauretanien.
Verlängerung von TIP und Versicherung
Kommen wir nun zum Papierkram: Für uns selbst hatten wir ja ein 90-Tage-Visum für Mauretanien, leider wird das TIP (Temporary Import Permit) für den Lkw aber nur für 30 Tage ausgestellt – was bei längerem Aufenthalt natürlich ein Problem ist. Früher konnte man das TIP wohl in Atar verlängern, aber die Zoll-Station dort ist mittlerweile geschlossen, d.h. jetzt geht es nur noch beim Zoll in der Hauptstadt Nouakschott.
Wenn man da nicht extra für hinfahren will, bleibt noch die Alternative, das Ganze über einen Fixer abzuwickeln. Zumindest unser Fixer Omar hatte uns bei der Einreise angeboten, dass er sich problemlos um die Verlängerung der Lkw-Dokumente kümmern kann, wenn wir ihm ein bis zwei Tage vor Ablauf Bescheid geben.
Gesagt, getan – während wir im Oued bei Chinguetti standen, war es dann so weit. Als Beweis, dass der Lkw immer noch im Land ist, brauchte Omar ein kurzes Video von Fred und dann sollte alles seinen Gang gehen. Wie vieles in Afrika, brauchte auch dieser Vorgang so seine Zeit. Nach ein paar Tagen und mehreren Nachfragen ist laut Omar alles geregelt und er will uns die Dokumente (verlängertes TIP und Versicherung, dazu gleich mehr) über einen Freund nach Atar zum Camping schicken lassen. Spoiler: Dazu kommt es nie, es geht aber trotzdem alles gut 😉
Neben dem TIP brauchten wir auch eine Verlängerung für Freds Versicherung. Bei der Versicherung gibt es – nach dem, was wir von verschiedenen Reisenden gehört haben – offenbar unterschiedliche Herangehensweisen: Manche bekommen ihre Versicherung gleich für zwei oder drei Monate ausgestellt, andere (wie wir) nicht. Auch die für das Fahrzeug veranschlagten Tarife fallen gerne mal unterschiedlich aus: Je nachdem, ob das Exmo als Lkw oder als Campingcar angesehen wird. Wie auch immer – wir brauchten nun auf jeden Fall auch eine neue Versicherungspolice. Die Gebühren dafür haben wir später in Atar in einer der fast überall anzutreffenden Bankily-Filialen bezahlt. Bankily ist eine App für Mobile Banking und weit verbreitet in Mauretanien. Wir haben einfach das Geld in bar eingezahlt und Omar hat dann eine Nachricht über die Gutschrift bekommen.

Am Ende haben wir während unseres gesamten Aufenthalts kein Problem gehabt, Omar hatte uns ein Foto der neuen Versicherungspolice geschickt (das aber nie jemand sehen wollte) – und bezüglich des TIP hatte er uns gesagt: Wenn eine Kontrolle das neue TIP sehen will, sollen wir ihn anrufen – er regelt das dann. Klingt etwas vage, aber wir haben uns darauf eingelassen. Der Härtetest war dann letztlich die Ausreise, denn da wollen sie das TIP sehen: Es gab bei uns aber keinerlei Probleme, damit war im Computer offenbar alles so, wie es sein sollte.
Grenzübergang Mauretanien – Marokko
Und wie lief nun der Grenzübergang retour ab? Auf mauretanischer Seite komplett unkompliziert: Als wir gegen 10:45 Uhr an der Grenze eintrafen, war überhaupt nichts los. Wir hatten im Vorfeld Omar über unsere Ankunft informiert und er hatte uns einen Kollegen entgegengeschickt, der uns dann durch die Grenze begleitet hat. Alles in allem haben wir nicht mal 30 Minuten gebraucht: Wir haben dem Kollegen unsere Pässe und das (abgelaufene) TIP-Dokument gegeben und er hat alles an den jeweiligen Stellen geregelt. Nach Verlassen des mauretanischen Grenzbereichs haben wir nochmals mit Omar telefoniert, seinem Kollegen das Geld für unsere Internet-Uploads während unseres Aufenthalts sowie die Servicegebühr gegeben und das war’s.




Dann ging es wieder durch das Niemandsland rüber zur marokkanischen Seite. Hier hatte sich schon vor dem eigentlichen Einlass in den Grenzbereich eine lange Schlange gebildet und für eine gute Stunde passierte gar nichts. Dann ging es endlich langsam los, wobei wir am Ende gut vier Stunden gebraucht haben – durch die Zeitverschiebung (Marokko ist eine Stunde weiter als Mauretanien) sind wir nämlich auch noch voll in die Mittags- / Gebetspause reingekommen. Aber so ist das hier eben.



Im Einzelnen haben wir im marokkanischen Grenzbereich folgende Stationen durchlaufen:
- Vorzeigen der Pässe und Fahrzeugscheine in den beiden Häuschen rechts und links vom Eingangsbereich
- Durchfahren in den Mittelbereich, dort linkerhand im Häuschen nochmals die Pässe und Fahrzeugscheine vorzeigen
- Anschließend rechterhand im Durchsuchungsbereich parken, nach der Fahrzeug-Inspektion von innen und außen gibt es einen weißen Laufzettel
- Dann auf der linken Seite zu zwei weiteren Schaltern, dort werden dann die Fahrzeuge im Pass eingetragen. Dieses Mal gab es dafür nicht die übliche kleine weiße Karte, sondern DIN A4 Ausdrucke (einen für den Truck, einen fürs Motorrad)
- Weiter in die Schlage vorm Scanner, vorm Scannen weißen Laufzettel abgeben, gibt es anschließend wieder retour
- Letzter Check an der Ausfahrt, hier wird der Laufzettel abgegeben und die Zettel für die Eintragung der Fahrzeuge ein letztes Mal geprüft.
- Done!


Ja, und dann waren wir nach rund acht Wochen wieder zurück in Marokko. Da in Kürze der Ramadan beginnt, war unser Ziel klar: Großeinkauf in Dakhla! Dazu mehr im nächsten Blog!




