Sorry! Google hat hier übersetzt:-)
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Von Wüsten und Meer

Mit der Tabernas und der Gorafe besuchen wir im letzten Monat des Jahres gleich zwei beeindruckende (Halb-)Wüsten in Spanien, bevor es uns dann wieder an die Küste zieht. Vom Mittelmeer geht’s zum Jahresende zurück an den Atlantik, wo wir nach fünf Monaten wieder in Tarifa eintreffen. Gemeinsam mit Freunden verbringen wir ein sonniges Weihnachtsfest mit Meerblick – genauso wie den Jahreswechsel.

In den Ramblas der Tabernas

Nachdem wir eine sehr schöne und entspannte Woche in „unserem“ Ginsterfeld am Rande der Tabernas verbracht haben, fahren wir in die Stadt rein, um unsere Vorräte aufzustocken, bevor wir uns an die weitere Erkundung der Wüste machen. Dabei fahren wir in ausgetrockneten Flussbetten durch eine faszinierende Landschaft aus verschiedensten Gesteinsformationen und suchen uns dann ein schönes Plätzchen in einer dieser Ramblas.

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Derzeit ist alles knochentrocken, aber an den Ausspülungen im Gestein und dem angespülten Treibgut kann man erkennen, dass sich hier ab und zu Wassermengen mit hoher Kraft durchbewegen. Somit machen wir nachts auch noch mal einen Kontrollblick nach draußen, als es anfängt zu regnen – aber es ist nur ein freundlicher Nieselregen. Nichtsdestotrotz hat sich der Lehmboden vor unserer Haustür am nächsten Morgen in eine klebrige Masse verwandelt, so dass wir auf ein steinigeres Stück 20 Meter weiter umstellen – sicher ist sicher 😉

Bei unseren Spaziergängen mit TomTom erkunden wir die weit verzweigten Nebenarme der Haupt-Rambla und stoßen dabei immer wieder auf neue Felsformationen, blühende Wüstenvegetation und spektakuläre Ausblicke. Und wir finden einen noch schöneren Stellplatz für Fred, wobei hier eigentlich jeder Platz genial ist. Das Wetter beschert uns jeden Tag intensive Sonnenstunden und nachts erstreckt sich über uns ein galaktischer Sternenhimmel und es ist absolut still. Und dazu noch Vollmond, der die ganze Landschaft in ein surreales Licht taucht, so dass es selbst mitten in der Nacht nicht wirklich dunkel wird.

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Nach einer Woche bekommen wir Besuch von Manuela und Hans vom Team Gröb, die wir ja bereits an unserem ersten Tag in Nordspanien getroffen hatten. Da ihr Obelixxl nicht genügend Bodenfreiheit für das Befahren der Ramblas hat, schauen sie auf ihrem Motorrad vorbei. Wir verabreden uns für den Abend zum Spareribs Essen im Route 66 in Tabernas, wo es auch einen Stellplatz gibt.

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Am kommenden Tag fahren wir auf einer Service-Nebenstrecke entlang der Autobahn nochmals durch die Tabernas und finden dort einen Stellplatz mit toller Aussicht, allerdings mit ordentlich Wind. Team Gröb stößt am Abend ebenfalls dazu und gemeinsam beschließen wir, uns am nächsten Tag eine weitere Wüste anzuschauen – die Gorafe.

Durch den Grand Canyon
von Andalusien

Die Gorafe Wüste liegt nur eine gute Fahrstunde von der Tabernas entfernt und hat ebenfalls einiges an Highlights zu bieten. Neben einem Megalithenpark mit rund 240 Dolmen (Grabbauten aus der Bronzezeit) gibt es tiefe Schluchten und eine große Hochebene (Llanos de los Olivares) mit Weideflächen, Steineichen und Pinien. Nach einem ersten Überblick von oben fahren wir anschließend durch das Tal in die kleine Ortschaft Gorafe, tätigen ein paar Einkäufe und suchen uns dann auf der anderen Talseite einen Stellplatz mit spektakulärem Rundblick auf die zerklüftete Landschaft, die in der Abendsonne in allen möglichen Rottönen leuchtet.

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Während Hans und Manuela am kommenden Tag eine Motorradtour machen, erkunden wir das große Plateau, von dem aus man die verschiedenen Bergketten sehen kann – bis hin zur Sierra Nevada mit schneebedeckten Gipfeln. Einfach unglaublich schön! Da es immer noch sehr stürmisch ist, suchen wir uns einen windgeschützten Nachtplatz zwischen den Korkeichen. Weil das Wetter in den kommenden Tagen eher schlechter werden soll, beschließen wir, dass es nach knapp drei Wochen Wüste mal wieder Zeit für’s Meer ist.

Vom Mittelmeer an den Atlantik

So geht’s nächsten Tag nach einem letzten Blick von der Plateauspitze durch regenverhangene Berge runter an die Mittelmeerküste und es beginnt mal wieder die Suche nach einem geeigneten Stellplatz mit Meerblick. In Motril werden wir fündig – es ist zwar nur ein großer Parkplatz, aber wir können von unserem Fenster auf den Strand und das Mittelmeer schauen und stehen direkt unter Palmen. Und wir haben einen asphaltierten Untergrund, was angesichts der Regenmassen, die in der Nacht nach unserer Ankunft runterkommen, gar nicht so schlecht ist. Innerhalb kürzester Zeit sind aus den anfänglichen kleinen Pfützen auf dem Platz große Wasserflächen geworden – aber zum Glück scheint bereits nach einem Tag wieder die Sonne und wir genießen das Strandleben.

Erfreulicherweise haben auch noch ein paar der kleinen Standbars auf und die von uns gewählte Location macht ihrem Namen „Pura Vida“ alle Ehre: Es gibt Strand, Meer, Sonne und was Leckeres zu Essen und zu Trinken. Konkret gibt es zu jeder Getränkebestellung gratis zwei Tapas dazu, und zwar immer wieder andere. So schnabulieren wir uns die Tage durch das Angebot und das Beste (zumindest aus Sicht des weiblichen Teils der Besatzung) ist die Weihnachtsmusik, die dazu aus den Boxen schallt: Alle Klassiker von Bing Crosby über Frank Sinatra – was will Frau mehr!

Nach fünf Tagen – und einem sich immer mehr füllenden Parkplatz und häufiger werdenden Inspektionen durch die Guardia Civil – beschließen wir, dass es Zeit ist, weiterzufahren. Entlang der Küstenautobahn geht’s Richtung Tarifa und unterwegs finden wir noch eine Tankstelle, an der wir unter Berücksichtigung des noch bis Jahresende geltenden Tankrabatts nur 1,39 für den Diesel bezahlen. Läuft!

Hello again in Tarifa

In Tarifa angekommen, steuern wir direkt den Stellplatz mitten in der Stadt an, denn es wird Zeit für einen Waschsalon – und der befindet sich dort direkt um die Ecke. Während unseres Waschtages füllt sich der Platz zunehmend mit anderen Expeditionsmobilen, da viele noch vor den Feiertagen nach Marokko rüber wollen. Darüber werden wir im neuen Jahr nachdenken. Zunächst treffen wir uns wieder mit Hans und Manuela und beschließen, Weihnachten zusammen zu verbringen. Eigentlich wollten wir dazu an den Strand von Tarifa wechseln, aber dort ist es dermaßen voll, dass wir für zwei Lkws keinen gemeinsamen Platz finden. Also fahren wir knapp 20 km weiter nach Bolonia, wo wir ja bereits im Sommer mehrere Wochen gestanden haben.

Auf dem dortigen Schotterparkplatz ist es bei unserer Ankunft noch übersichtlich und wir können unser kleines Weihnachtscamp beziehen. In den folgenden Tagen stoßen zwar noch weitere Womos und Exmos dazu, aber der Strand ist (abgesehen von Tagen mit gutem Surf- und Kite-Windverhältnissen) nahezu komplett leer. Da wir in Tarifa noch einen Großeinkauf getätigt haben, wird die Weihnachtstage natürlich fleißig gemeinsam gekocht. Es gibt Entenbrust mit selbstgemachtem Rotkohl und Semmelknödeln, gefüllte Wachteln, einen Schweinebraten und, und, und… Unser Dutch Oven ist quasi im Dauereinsatz 😉

Während Team Gröb zum Jahreswechsel Richtung Portugal aufbricht, bleiben wir in Bolonia. Seit unserer Ankunft haben wir jeden Tag bestes Wetter und chillen in der Sonne vor uns hin und machen lange Strandspaziergänge. Besser geht’s nicht Ende Dezember! Silvester kommt der Dutch Oven nochmals für einen Braten zum Einsatz und dann ist schon wieder ein Jahr unterwegs rum, inzwischen unser viertes.

Für uns ist das Leben in Fred nach wie vor die beste Entscheidung unseres Lebens und wir sind schon gespannt, was 2023 für uns bereithält. Vielleicht geht’s ja tatsächlich nach Marokko – auf die marokkanische Küste haben wir ja in diesem Jahr auf jeden Fall schon mal sehr intensiv geschaut. Lasst Euch überraschen – denn wie immer ist unser Plan, dass wir keinen konkreten Plan haben, sondern spontan das Leben entscheiden lassen!

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