Erster TÜV nach fast drei Jahren. Normalerweise müssten wir mit Fred einmal im Jahr zum TÜV und alle halbe Jahr zur Sicherheitsprüfung – aber nur, wenn wir in Deutschland sind. Waren wir ja aber seit fast drei Jahren nicht mehr 😉 Damit gilt allerdings die Verpflichtung, bei der Rückkehr den ersten TÜV nach der Grenze anzufahren. Wir haben beim TÜV in Müllheim bereits im Vorfeld online einen Termin vereinbart und parken am Sonntagnachmittag vor der TÜV-Stelle ein. Es ist immer noch brüllend heiß, vor allem auf dem großen Asphaltplatz ohne Schatten. So sind wir froh, als wir in der Nähe eine Gaststätte entdecken, wo wir auf einer Terrasse unter Bäumen sitzen können.



Am nächsten Tag schlägt dann die Stunde der Wahrheit und Fred wird auf Herz und Nieren geprüft. Wie erwartet, gibt es eine Mängelliste, aber alles im Rahmen und im wesentlichen Verschleißteile: Zum einen ist der Lenkschubstangenkopf ausgeschlagen, zum anderen sind die Federlager an der vorderen Achse hinten ausgeschlagen. Das Einzige, das uns etwas erschreckt, ist die eher beiläufige Entdeckung eines üblen Risses am linken Hinterrad innen. Er fällt zufällig beim Stehen auf der Rüttelanlage auf, da sich die Stelle mit dem Riss unten befindet und so unter der Belastung sichtbar wird. Vermutlich haben wir uns im letzten Jahr in Marokko auf einer der Steinwüsten-Passagen eine Beschädigung eingefangen – und vor kurzem sind wir auf der Autobahn in ein übles Schlagloch geraten, das dann zum Aufreißen des Reifens geführt hat (zum Glück ist er nicht auf der Autobahn geplatzt…!).



Mit diesen drei Mängelpositionen bekommen wir natürlich keine TÜV-Plakette. Aber damit hatten wir gerechnet und haben bereits am Folgetag einen Termin in unserer Werkstatt bei KLA Trucks in Tuttlingen vereinbart, damit wir die Mängel dort beheben lassen und die finale TÜV-Abnahme bekommen können. Da die Teile natürlich erst bestellt werden müssen (mit Ausnahme des Ersatzreifens, da nehmen wir den in Marokko erstandenen 😉 dauert das natürlich ein bisschen.
Was allerdings direkt klappt, ist der TÜV für unser Motorrad, es bekommt umgehend die neue Plakette! Am Folgetag werden bei Fred der ausgeschlagene Lenkschubstangenkopf und die Federlager ausgetauscht sowie der Reservereifen montiert – und damit hat dann auch unser Großer seinen neuen TÜV.



Außerdem nutzen wir die Gelegenheit, unseren Tacho auszutauschen, der er schon seit längerem eine abweichende Geschwindigkeit zum Navi anzeigt und seit einiger Zeit gar keine Kilometer mehr zählt… Der neue Tacho wird kalibriert, eingebaut und funktioniert nun wieder perfekt.
Gasprüfung mit Hindernissen
Was ebenfalls fällig ist, ist die Gasprüfung. Hier hatte der nette Prüfer in Müllheim festgestellt, dass die Gültigkeit unseres Schlauches und des Gasdruckminderers abgelaufen ist (ist nach 10 Jahren der Fall) und diese deshalb ersetzt werden müssen. Das darf der TÜV aber nicht machen, sondern nur ein dafür zertifizierter Betrieb, deshalb hat er die Gasprüfung abgebrochen, um uns unnötige Kosten zu ersparen. Wir organisieren daher sowohl die neuen Teile als auch deren Einbau – und damit klappt’s dann auch mit dem TÜV für die Gasanlage.


Am Ende verbringen wir vier Tage in Tuttlingen. Es ist aber wie immer super entspannt, wir können vor der Werkstatt übernachten und Fred kommt jeweils tagsüber für die notwendigen Arbeitsslots in die Halle.
Wir verbringen die Tage am Rechner, gehen natürlich schön Essen – unter anderem in einem sehr coolen Weinkeller – und freuen uns am Ende der Woche über endlich sinkende Temperaturen.
Wiedersehen der Portugal-München-Hamburg-Connection
Und dann steht schon das erste Treffen mit Freunden an. Zufällig sind Carmen und Michael mit ihrem Düdo und ihrer Hündin Happy gerade in Baden-Württemberg in unsere Richtung unterwegs. Treue Leser werden sich erinnern: Wir haben damals während der Pandemie gemeinsam bei Rui auf der Farm in Portugal gestanden und jede Menge Spaß zusammen gehabt.




Diese Chance auf ein Wiedersehen muss natürlich unbedingt genutzt werden! Wir suchen uns einen kostenlosen Gemeindestellplatz in Oberdorf am Neckar als Treffpunkt raus und verbringen ein wunderbares Wochenende zusammen. Erfreulicherweise gibt es direkt an dem Platz einen großen Walnussbaum mit Wiese, auf der wir unsere Tische und Stühle aufbauen und so schön im Schatten quatschen, essen und trinken können. Einen Abend holt Michael noch den Gasgrill raus und es ist fast wie im Alentejo – auf jeden Fall fühlt es sich so an, als hätten wir uns vor fünf Tagen zuletzt gesehen und nicht vor fünf Jahren. Einfach soooo schön 🙂
Besuchstour Richtung Norden
Unsere Fahrt Richtung Norden führt uns in den kommenden Wochen über Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein – gepaart mit vielen Verabredungen. Zunächst treffen wir in Hof Yvonne und Mirco von 4Pfoten_Füsse_Räder mit ihrem Exmo Carlos. Wir folgen uns gegenseitig seit Ewigkeiten gegenseitig auf Instagram, haben uns aber noch nie live gesehen. Das holen wir nun endlich nach und es fühlt sich direkt total vertraut an, als würden wir uns schon ewig kennen. Neben einem Ausflug ins Deutsch-Deutsche-Museum in Mödlerath (sehr empfehlenswert) gehen wir auch noch landestypisch Schäufele essen.






Danach treffen wir uns mit Sebastian, seinem Zwergdackel Fiete und ihrem Buchanka in der Nähe von Hannover, bevor es in die Lüneburger Heide geht. Hier verbringen wir einige Tage bei Peter und weiteren Lkw- und Motorrad-Verrückten, was uns noch eine fachkundige Wartung von Ginger, unserem Motorrad beschert – und diverse tolle Abende am Lagerfeuer.





Nächster Halt ist bei unserer Freundin Teena, von der wir bereits viele Kunstwerke in Fred hängen haben – und noch ein paar weitere erwerben 😉 Neben der gemeinsamen Zeit mit ihr und ihrem Mann genießen wir hier auch mal wieder Hundegesellschaft in Form von Huskydame Mila – vor drei Jahren haben sie und TomTom sich noch kennengelernt…



Und dann erreichen wir unser vorläufiges Endziel bei Stefanos Eltern in Glückstadt. Auch hier gibt es einen (neuen) Hund, den sie sich nach dem Tod ihres alten Begleiters aus dem Tierheim geholt haben. Yanni ist 12 Jahre und hat – wohl aufgrund seiner Vorgeschichte – ein ziemliches Problem mit fremden Menschen. Aber mit reichlich Leckerchen-Bestechung können wir uns nach ein paar Tagen in der Wohnung bewegen, ohne jedesmal gleich angeknurrt zu werden 😉



Auch hier haben wir ordentlich Programm: Wäsche waschen, unseren Landy aus dem Winterschlaf holen und mit frischem TÜV versehen, natürlich viel Zeit mit Stefanos Eltern verbringen – und wir treffen meinen Bruder wieder. Nach einer Woche sind wir dann bereit für unser Endziel: Hamburg! Davon dann mehr im nächsten Monat.




