Sorry! Google hat hier übersetzt:-)
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Ab in die Wüste

Marokko hat unglaublich viele verschiedene Landschaften zu bieten, aber am besten gefällt uns die Wüste. Dort zieht es uns jetzt auch wieder hin, um die unglaubliche Weite und Einsamkeit zu genießen – und natürlich, um ein bisschen Offroad-Spaß zu haben. Wobei wir die Pisten aber nach TomTom-Gesichtspunkten auswählen, stundenlang Buckelpisten fahren wäre zu viel für unseren Senior, aber eine gute Mischung macht auch ihm Spaß. Und so machen wir uns auf Richtung Merzouga.

Karte der Strecke


Zurück am Gara Medouar

Vom Ziz Tal aus fahren wir zunächst bis Erfoud, biegen dort in Richtung Jorf ab und dann auf eine der vielen von dort startenden Pisten. Luft aus den Reifen lassen und los geht’s. Einen Teil der Strecke kennen wir schon vom letzten Jahr, aber die Landschaft ist so wunderschön – da kann man definitiv mehrmals längsfahren. Die Piste führt durch eine Steinwüste, in der es immer wieder größere Ansammlungen von Akazien gibt, die wie grüne Farbtupfer in der sonst eher kargen Landschaft stehen.

Immer wieder gilt es sogenannte Oueds, also ausgetrocknete Flussläufe, zu durchqueren und die Piste selbst wird immer wieder von mal größeren, mal kleineren Querrinnen durchzogen. In dem grellen Sonnenlicht ist die Tiefe der Rinnen manchmal erst im letzten Moment auszumachen – um unnötige Erschütterungen für TomTom zu vermeiden, rollen wir also eher gemächlich durch die Landschaft. Aber wir haben ja schließlich auch Zeit. Irgendwann tauchen die ersten Dromedare am Pistenrand auf, aber am faszinierendsten sind die verschiedenen Bergketten, die sich in unterschiedlichen Formationen und Farbtönen entlang der Strecke befinden.

Es zieht uns wieder Richtung Gara Medouar, der markanten Kraterformation, die bereits als Kulisse für diverse Filmproduktionen gedient hat, u.a. James Bond’s Spectre. Beim letzten Mal haben wir im Kraterinneren übernachtet, dieses Mal wollen wir uns die äußere Umgebung genauer anschauen. Wir biegen kurz vor Erreichen des Massivs ab und suchen uns ein Plätzchen in der Nähe des Seitenwalls. Es gibt einen fantastischen Sonnenuntergang und der Himmel glüht in allen Farbschattierungen, während gleichzeitig der Mond aufgeht.

Das Einzige, was direkt an unserem Platz etwas zu wünschen übriglässt, ist das Internet, wir stehen zu sehr im Bergschatten. Aber irgendwas ist ja immer und das Problem lässt sich mit etwas Rangieren am nächsten Tag beheben. Wir genießen jetzt erstmal eine wunderbare Nacht in der absoluten Stille der Wüste!

Nach einer Morgenrunde mit TomTom entlang der Kraterwand machen wir am Folgetag eine kleine Bewegungsfahrt im inneren Kraterwall – es gibt nämlich den eigentlichen Krater, der aber in Teilen noch weiträumig von einem äußeren Ring umgeben ist. Der Einstieg in die Piste ist ganz einfach, beim wieder rausfahren aus dem Ring muss Fred allerdings ordentlich zwischen den Felsen hoch- und wieder runterturnen. Zum Glück bleiben alle Schranktüren zu!

Wir verbringen noch einen weiteren Tag in der Krater-Nachbarschaft, sitzen vor Fred, genießen den unglaublichen Ausblick (in der Ferne sieht man sogar noch die Berge des Hohen Atlas) und vor allem die Stille. Die ist immer wieder unglaublich, es gibt bis auf gelegentliches Rauschen des Windes und entferntes Bellen eines Hundes oder Wüstenfuchses vor allem nachts keinerlei Geräusche. Und auch keinerlei Fremdlicht, womit der Sternenhimmel und der (fast) Vollmond die gesamte Landschaft in ein traumhaftes Licht tauchen.

Weiter geht der Pisten-Spaß

Nach der dritten Nacht fahren wir mal ein Stückchen weiter, schauen dabei nochmal am Eingangstor von Gara Medouar vorbei, kreuzen dann über die RN 12 auf eine andere Piste und tauchen in eine weitere Wüstenwelt ein. Der Einstieg zwischen zwei Bergketten ist bereits vielversprechend, öffnet sich doch bereits an dem Scheitelpunkt ein unglaublicher Blick in eine schier endlos erscheinende Landschaft, in der sich die Piste wie ein kleiner, dünner Strich verliert.

Es ist jetzt eine Mischung aus Sand- und Geröllwüste, durchzogen von diversen Hügel- und Bergketten. Teilweise sind sie pechschwarz, teilweise mit Sandverwehungen, so dass sie aussehen wie riesige, von Steinen bedeckte Sanddünen. Teils fächern sich die Pisten in viele parallel verlaufende kleinere Tracks auf, die dann irgendwann alle wieder zusammenlaufen. Es geht bergauf und bergab und jedes Mal eröffnet sich eine neue Blickperspektive. Wir sind total geflasht und ich könnte tausende von Fotos machen. Allerdings ist unsere Windschutzscheibe so verstaubt und verdreckt, dass das wenig Sinn macht, also beschränken wir uns auf gelegentliche Fotostopps.

Kurz nach einem Pistenabzweig entdecken wir eine recht eben aussehende Stelle am Fuße mehrerer Hügelketten (wobei sich Hügel so klein anhört, die Hügel hier sind teilweise gut und gerne 50 Meter hoch) und beschließen, das wird unser nächster Nachtplatz. Gesagt, getan – und offenbar hatten auch schon andere diese Idee, denn wir finden noch Überreste von einem Lagerfeuer mit diversen nicht vollständig verbrannten Holzscheiten.

Lagerfeuer in der Wüste

Insgesamt bleiben wir vier Tage an diesem schönen Platz stehen, sitzen einfach mit unseren Stühlen vorm Lkw und schauen in die Landschaft. Bis auf wenige, auf der Piste vorbeiziehende Fahrzeuge sind wir die ganze Zeit komplett allein. Und Internet läuft auch, so dass wir zwischendurch auch mal ein paar Bürotätigkeiten erledigen können.

Und wir kommen die Tage in den Genuss des Vollmondes, hier in der Wüste ein ganz besonderes Spektakel. Während im Westen die Sonne noch glutrot untergeht, erhebt sich im Osten bereits der Mond in einem rose-schimmernden Himmel über einer in der Ferne liegenden kleinen Oase. Einfach magisch! Und wenn der in diversen Orange-, Rot-, Rosa- und Lila-Farbtönen leuchtende Himmel zur Ruhe kommt, ist die Zeit der Sterne gekommen. Über uns ist die gesamte Milchstraße zu erkennen, sie schwebt wie in einem riesigen Observatorium über unsere Köpfe hinweg. Orion, Jupiter und Saturn sind klar zu erkennen, genauso wie viele kleine flackernde Galaxien – denn Störlicht gibt es hier nicht.

Das einzige Licht ist unser Lagerfeuer, das wir an einem Abend aus dem Rest-Feuerholz entzünden – Romantik pur! Solche Momente sind einfach unvergesslich und machen uns unendlich glücklich. Und die Temperaturen sind am Abend auch noch so mild, dass TomTom wie früher mit am Lagerfeuer chillen kann, unserem Senior wird ja sonst immer schnell kalt.

Weiter gen Südosten

Unsere Route führt uns im weiteren Verlauf ein kurzes Stück über Asphalt, dann auf Nebenstraßen durch diverse kleine Orte entlang der südlichen Palmerien des Ziz Tals, bevor wir dann endgültig wieder auf Pisten in die Wüste abbiegen. Wir queren zahlreiche große Oueds und die Landschaft wird eine Mischung aus Steinwüste, kargen, trockenen Schwemmtonebenen und Bergketten am Horizont. Bei dem Platzangebot gar nicht so einfach, sich für einen Nachtspot zu entscheiden.

Wir verlassen letztlich die Piste und queren eine Ebene parallel zu einigen Gesteinsformationen. Hier gibt es sogar ein paar Tamarisken, also Pieselbüsche für TomTom! Auf den letzten Metern gibt es schon wieder einen Knall aus dem Wohnkoffer – dieses Mal geht der Plastikeinsatz unserer Saftpresse und ein kleiner Plastik-Kräutermixer kaputt. Da haben wir jetzt in zwei Wochen mehr Schwund als in den letzten fünf Jahren… Wir tüfteln dann in den Folgetagen an den ultimativen Sicherungen für unsere Küchenoberschränke!

Aber erstmal genießen wir die unendliche Weite des Ortes, in der Ferne leuchten im Sonnenuntergang schon die großen Sanddünen von Merzouga. Und es ziehen immer wieder kleine und größere Dromedar-Verbände an uns vorbei, teils ein paar hundert Meter entfernt, teils aber auch fast direkt vor unserer Haustür. TomTom findet das ausgesprochen spannend, vor allem, weil sie so komische glucksende Geräusche machen. Er fragt sich wohl, was das für ein Tier ist – dabei hat er schon einen drögen Knochenüberrest von einem von ihnen gefunden und mal gleich mitgeschleppt 😉

Der Internetempfang ist wieder etwas mau, also heben wir unsere Antenne mittels Tarpstange am Fahrerhaus in die Höhe, das funktioniert auch prima, bis unser Datenvolumen zur Neige geht. Letztes Jahr hat es super geklappt, unsere Internetkarte von Marco Telecom über recharge.ma per Paypal aufzuladen – dieses Mal leider Fehlanzeige. Machen wir halt mal ein bisschen Digital Detox, zumal eine andere Sache am nächsten Tag unsere volle Aufmerksamkeit fordert.

Was das ist, erfahrt ihr dann im nächsten Blog – ist nämlich eine längere Geschichte!

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