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Ausflüge, Party und Zuchinis

Ausflüge, Party und Zuchinis

Dieser Monat ist vollgepackt mit Action, es gibt schon wieder eine Geburtstagsfeier, jede Menge Besuch, weitere Bauarbeiten und diverse Ausflüge. Trotz der Abgeschiedenheit der Farm im Alentejo kommt hier wirklich keinen Tag Langeweile auf, was natürlich auch an unserer lustigen Wohngemeinschaft liegt, in der immer wieder neue Ideen für Unternehmungen entstehen.

Freistehen wird schwieriger

Zum Beginn des Monats fahren wir mit Fred an unseren alten Standplatz in Malhao – also dorthin, wo wir unseren Verteilergetriebeschaden hatten. Wir machen einen ausgiebigen Spaziergang durch die weitläufigen Dünen und Pinienwälder, eine Landschaft, die uns jedes Mal wieder begeistert, zurück geht’s über den Strand. Abends grillen wir Calamares vorm Truck, dazu gibt’s Salat aus dem eigenen Garten. Am nächsten Morgen wird die Idylle durch den Besuch der GNR getrübt, die uns sehr freundlich mitteilt, dass wir hier nicht mehr übernachten dürfen.

Wir hatten bereits im Vorfeld davon gelesen, dass im Zuge der Pandemie offensiver gegen das Freistehen vorgegangen werden sollte, hatten aber gehofft, dass sich die GNR zumindest an diesem wirklich großen Parkplatz weiterhin tolerant zeigen würde. Bis dato hatte die GNR zwar regelmäßig patrouilliert und ab und zu auch mal zu volle Plätze an der Küste geräumt, es aber gerade in der Nebensaison meistens geduldet – wobei Freistehen „Parken“ bedeutet und nicht „Camping“! In diesem Zusammenhang ist noch anzumerken, dass das Freistehen in Naturschutzgebieten grundsätzlich verboten ist (was große Teile der Westküste Portugals bis runter zur Algarve umfasst) und in Extremfällen mit Geldstrafen von bis zu 2.000 Euro geahndet werden kann.

Allerdings muss man auch sagen, dass die Zahl der Freisteher in den vergangenen Jahren vor allem an der Küste drastisch zugenommen hat und sich teilweise regelrechte Camps mit Tischen, Stühlen, Vorzelten und sonstigen baulichen Erweiterungen gebildet haben. Hinzu kommen im Umfeld beliebter Spots Häufungen von Klopapier samt entsprechender Hinterlassenschaften – wovon verständlicherweise vor allem die Einheimischen die Nase voll haben. Auch wir hatten über den Winter vor allem immer wieder Vanlifer beobachtet, die mit ihrer Klorolle im Busch verschwanden. Leute: Nehmt wenigstens einen Klappspaten mit – oder noch besser: baut Euch ein Klo im Van ein! So eine Trockentrenntoilette lässt sich auch sehr platzsparend unter der Sitzbank o.ä. integrieren. Wir würden uns wirklich wünschen, dass anstelle einer Sitzgelegenheit mit Tisch ein Klo zur Voraussetzung für eine Wohnmobilzulassung gemacht würde.

Nun schien es also mit der Toleranz vorbei, wobei die GNR-Jungs wirklich sehr nett waren. Aber ist halt ihr Job, was sollen sie machen. Also den Tag am Strand genossen, noch einen Versuch an einem Alternativ-Strand gemacht – aber auch da wieder ein sehr nettes GNR-Team, das uns darauf hinwies, dass wir auch hier nach dem Sonnenuntergang wegmüssen. Na gut, also ein paar Kilometer ins Hinterland auf den örtlichen Stellplatz und von dort aus nächsten Tag zurück an den Strand.

Party in the Countryside

Dann wurde es aber auch schon wieder Zeit, auf die Farm zurückzukehren, da Anas Geburtstag bevorstand. Auf dem Rückweg noch diverse Einkäufe erledigt und dann ging’s los mit den Partyvorbereitungen. Da sie einige Freunde aus Lissabon eingeladen hatte, mussten entsprechend zusätzliche Übernachtungsplätze geschaffen werden. Ein paar konnten bei Rui im Haus schlafen, für den Rest bauten wir draußen rund um Fred mehrere Zelte auf. So kam auch unser seit ewiger Zeit in der Dachbox schlummerndes Zelt mal an die frische Luft.

Wie schon bei meinem Geburtstag zogen sich die Feierlichkeiten über mehrere Tage hin. Los ging’s mit mitternächtlichem Reinfeiern bzw. -tanzen. Am eigentlichen Geburtstag wurden mittags für alle Sardinhas gegrillt und im Laufe des Nachmittags trudelten die Gäste aus Lissabon ein. Abends gab’s ein riesiges Buffet für alle, inklusive dem obligatorischen Geburtstagsständchen. Tags darauf Katerfrühstück und Strandausflug – und natürlich großes Aufräumen, Abwaschen und vor allem den ganzen Müll entsorgen. Denn beim Offgrid-Leben gibt es keine Müllabfuhr, die vorbeikommt, um die Tonne zu leeren – diese Aufgabe muss man selber übernehmen, heißt in unserem Fall: Alle Müllsäcke in Rui’s Landrover laden und damit rund fünf Kilometer zum nächsten Gemeinde-Müllcontainer fahren.

Noch ein kurzer Exkurs zu den Sardinen (sardinhas assadas): Die kleinen Fische sind im Sommer bei den Portugiesen sehr beliebt zum Grillen. Ein Grillofen oder ein Grill findet sich eigentlich in jedem Haus und auf diesem werden die Sardinen so lange gegrillt, bis sie fast zerfallen. In der Fingerfood-Variante kommen sie dann einfach auf eine Scheibe Brot (die gleichzeitig Teller und Fettaufsauger ist) und werden verspeist – der erfahrene Sardinen-Essen müpfelt den Fisch vom Brot runter, damit er mehr Sardinen essen kann und nicht schon vom Brot satt ist. Wir hatten dazu frisches Sauerteig-Brot aus der kleinen Bäckerei im nächsten Ort, eine unschlagbar leckere Kombi!

Schweres Gerät im Anmarsch

Aber es wurde nicht nur ordentlich gefeiert, sondern auch gearbeitet. Zum einen natürlich im Gemüsegarten, der vor allem ständig gewässert werden wollte, zum anderen auf dem Grundstück. Rui hatte schon seit langem geplant, die Einfahrt mit Kies aufschütten zu lassen, da die ursprüngliche Piste an vielen Stellen von den starken Regenfällen im Winter sehr ausgewaschen war. Nun war es so weit: Wir bekamen mehrere Lkw-Ladungen Kies geliefert – und da Rui zu dem Zeitpunkt gerade in Lissabon war – kümmerten wir beide uns um die Annahme der Ladungen und deren strategische Verteilung auf dem Grundstück. Parallel dazu rückte schweres Gerät aus der Gemeinde an, mit dem der Kies dann verteilt werden sollte. Aber wie immer in Portugal, dauerte es damit dann noch bis zum nächsten Monat 😉

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Die Zwischenzeit überbrückte ich mit Zucchinis, von denen wir mittlerweile mehr als genug hatten. Wir konnten die Früchte gar nicht so schnell essen, wie sie nachwuchsen. Und wenn man nicht aufpasste und sie regelmäßig erntete, nahmen sie an der Pflanze sehr schnell erstaunliche Dimensionen an – was sie dann aber im Verzehr nicht mehr so lecker macht. Ich sammelte von überall Zucchini-Rezepte ein: gebraten, gegrillt, als Spaghetti, gefüllt mit Hack (bzw. mit geräuchertem Tofu als vegane Variante) und, und, und… Es waren trotzdem immer noch so viele – also versuchte ich mich zum ersten Mal im Sauereinlegen von Zucchini und hatte im Handumdrehen zwei Dutzend Gläser voll!

Schwimmen am Damm

Angesichts all dieser Aktivitäten brauchten wir ab und zu mal eine Abkühlung. Der Feuerteich vor dem Grundstück hatte sich aufgrund sinkenden Wasserpegels mehr und mehr erwärmt, aber es gab im Umland noch ein paar Alternativen. Zum einen ist direkt im Ort ein großer Damm, vor dem das Wasser noch reichlich und vor allem deutlich tiefer als in unserem heimischen Teich war. Ein perfektes Schwimmrevier, aber auch sehr gut zum SUPen oder paddeln geeignet. An seinem sandigen Ufer konnte man zudem auch hervorragend ein Picknick machen – oder man hat einfach beim Rückweg vom Einkaufen einen Zwischenstopp für ein erfrischendes Bad eingelegt. Etwas weiter entfernt befand sich ein weiterer Staudamm mit einem noch viel größeren See, für Abwechslung beim Baden war also gesorgt!

Darüber hinaus herrschte ein reges Kommen und Gehen auf der Farm: Unsere DüDo-Freunde waren zwischendurch auch mal auf Tour und kamen dann wieder zurück, genauso wie Ana, die zwischen Lissabon und der Farm pendelte. Und auch Rui’s Bruder Fernando kam immer man wieder vorbei – echtes Großfamilienleben. Mittlerweile war Kochen für 10 Personen zur totalen Normalität geworden. Aber zum Glück gibt es in portugiesischen Haushalten in der Regel sehr viele große Töpfe 😉

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